Chaos in dresden: eskalation bei dynamo gegen hertha – polizei ermittelt!
Dresden steht unter Schock. Die Bilder von den Ausschreitungen beim Zweitliga-Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC wirken wie aus einem Albtraum. Was als Fußballfest begann, endete in einer Eskalation mit Pyrotechnik, Schlägereien und schwer verletzten Personen. Die Polizei hat eine Sonderkommission eingerichtet und wertet Berge an Videomaterial aus – die Hintergründe der Gewalt sind noch unklar, doch erste Details zeichnen ein düsteres Bild.
Der diebstahl der zaunfahne als auslöser
Der Funke, der das Feuer entfachte, war der Diebstahl der Zaunfahne im Berliner Block. Laut exklusiven Informationen der BILD liegt der Polizei ein interner Bericht vor, der den genauen Ablauf schildert. Das Banner des „Förderkreis Ostkurve e.V.“ war zwar sicher im Gästebereich angebracht, doch die Dynamo-Ultras nutzten die dichte Rauchwolke, die durch eine Pyroshow der Hertha-Fans entstanden war, um die Fahne von hinten zu entwenden. Ein vermeintlicher Ordner stand dabei auffällig vor der später geklauten Fahne, seine Rolle in der Sache ist noch unklar.

Eskalation durch gegenseitige provokationen
Als die Hertha-Fans den Diebstahl bemerkten, kochten die Gemüter hoch. Um 20:49 Uhr sammelten sich Fans oberhalb des S-Blocks, während andere aus dem T-Block in den Innenraum eindrangen. Ein Dynamo-Anhänger attackierte einen Ordner mit Faustschlägen und verletzte ihn schwer – der Mann musste mit mehreren gelockerten Zähnen ins Krankenhaus gebracht werden. Die Situation spitzte sich weiter zu, als 100 Dynamo-Anhänger den Weg zu den Gästefans suchten, während beide Lager sich mit Pyrotechnik bewarfen. Die Polizei musste mit Pfefferspray eingreifen, wobei weitere 13 Personen verletzt wurden.

Massive polizeipräsenz und unterstützung aus anderen städten
Die Polizei mobilisierte eilt Kräfte, um die Lage zu beruhigen. Insgesamt waren 717 Polizisten im Einsatz, unterstützt von sechs Dienstpferden, vier Diensthunden, zwei Wasserwerfern und einem Hubschrauber. Selbst das Unterstützungskomando Dachau aus Bayern war vor Ort und verfolgte Dynamo-Chaoten. Die Ermittlungsgruppe „Fahne“ blickt nun auf über 330 Gigabyte Videomaterial, um die Täter zu identifizieren.

Fan-unterstützung und organisierte gruppen
Die Tragweite der Ereignisse wird durch die Beteiligung von Fans anderer Vereine noch verstärkt. So unterstützten 20 Ultras des FSV Zwickau die Dynamo-Anhänger, während fünf Fans aus Karlsruhe die Berliner unterstützten. Zudem waren auch fünf Hooligans des BFC Dynamo unter den gewalttätigen Zuschauern. Die Polizei identifizierte insgesamt 16 „Störergruppen“ im Stadion, darunter bekannte Gruppierungen wie die Crew 08, Harlekins Berlin und die Devils Dynamo. Die Zahl der gewaltbereiten Fans auf Dynamo-Seite wird auf 350 (Kategorie B) und 80 (Kategorie C) geschätzt, bei Hertha waren es sogar 350 in Kat. B und 100 in Kat. C.
„Die Aufgabe der gemeinsamen Ermittlungsgruppe ist es, die Abläufe der Ausschreitungen zu erhellen und die Tatverdächtigen für ihr Handeln zur Rechenschaft zu ziehen“, erklärte Polizeipräsident Lutz Rodig. Die Vorfälle in Dresden sind ein deutliches Zeichen dafür, dass der Fußballbereich weiterhin vor großen Herausforderungen steht – der Schatten der Gewalt liegt weiterhin über dem Sport.
