Champions league-reform: gummersbach-boss schindler schockiert!

Die Handball-Szene ist erschüttert: Christoph Schindler, Geschäftsführer von VfL Gummersbach, hat im Sport BILD ein regelrechtes Beben ausgelöst. Seine Kritik an der geplanten Reform der Champions League 2026/27 wirft ein düsteres Licht auf die Zukunft des europäischen Handballs und stellt die Professionalisierung der Liga in Frage.

Unsicherheit über qualifikationskriterien

Unsicherheit über qualifikationskriterien

Die Königsklasse soll ab 2026/27 mit 24 Teams statt wie bisher mit 16 Teams bespielt werden. Für die Bundesliga bedeutet das grundsätzlich drei Startplätze – ein Anreiz, der jedoch durch die unklare Definition der Qualifikationskriterien bittergallig schmeckt. Schindler, dessen VfL Gummersbach aktuell ein heißes Eisen im Kampf um die Europa-League-Qualifikation ist, wetterte: „Wir wissen mal wieder nicht, welcher Tabellenplatz für Europa reicht. Das zeigt ein grundlegendes Problem im Handball.“

Die Verantwortlichen scheinen selbst noch im Dunkeln zu tappen. Fest steht lediglich ein Grundgerüst: Zehn garantierte Plätze für die Meister der europäischen Top-Ten-Nationen, acht weitere per Upgrade-Verfahren, vier für Verbände ohne festen CL-Platz und schließlich zwei für die Vorjahressieger der Champions League und der European League – ebenfalls über ein Upgrade-Verfahren. Das Ergebnis: Ein Szenario, in dem der Dritte der Bundesliga am Ende in der deutlich schlechter dotierten European League landet, während beispielsweise die European League durch den THW Kiel gewonnen wird und die Champions League durch die Füchse Berlin. Ein Schlag ins Gesicht für die deutsche Liga!

Schindler ließ seiner Frustration freien Lauf: „Platz 3 in der Bundesliga sollte höher gewertet werden als der Sieg in der European League.“ Die Entscheidung über die endgültige Ausgestaltung soll erst im Juni fallen – ein Zeitplan, der aus Sicht des Gummersbacher Managers mehr als unpassend ist. „Natürlich ist das viel zu spät, das ist einfach schlecht.“

Die aktuelle Situation zeigt auf drastische Weise, wie brüchig die Strukturen im europäischen Profi-Handball sind. Während die Bundesliga sich als die „beste Liga der Welt“ brüstet, werden die sportlichen Leistungen durch komplizierte und intransparente Qualifikationsverfahren untergraben. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen im EHF endlich ein Zeichen setzen und die sportliche Qualifikation in den Vordergrund stellen, bevor der Handball endgültig den Glauben an seine eigene Professionalität verliert.