Chacarra zieht auf dlf-golfplatz mit licht aus und vorsprung davon

Neu-Delhi – Kein Spotlight, keine Birdie-Chance mehr, nur noch die rote Ziffer auf dem Scoreboard: Eugenio López-Chacarra steht nach Tag zwei beim Hero Indian Open mit 136 Schlägen (-8) allein an der Spitze, während die Dunkelheit über der DLF Golf and Country Club die zweite Runde stoppte. Der 26-jährige Madrilene spielte sich in die Heimkarte des Clubs hinein – und die Konkurrenz aus dem Rhythmus.

Chacarras 69er folgt der sonne

Ein Eagle auf der 8, vier Birdies, drei Bogeys – das ist die nüchterne Auflistung. Dahinter steckt aber ein Plan, der auf eine Woche mit „guten Vibrationen“ setzt. „Wenn ich Spaß habe, habe ich bewiesen, dass ich zu den Besten gehöre“, sagt er und klingt dabei nicht nach Marketing, sondern nach jemandem, der seine Kindheitsclubs noch im Kofferraum liegen hat. Die Erinnerung an vergangene Erfolge auf diesem Platz wirkt wie ein zusätzlicher Schläger im Bag.

Der einzige Verfolger, der noch im Licht stand, war Casey Jarvis. Der Südafrikaner jagte mit einer 64er-Runde (-8) die Statistiker. Noch am Vormittag hatte das DPWT-System ihm nur fünf Proanzahl Top-5-Chancen ausgerechnet – nach 18 Löchern und acht unter Par war die Prognose Makulatur. „Vielleicht sollte man den Computern nicht alles glauben“, sagte Jarvers trocken und schob sich auf -7. Die Zahl, die zählt.

Spanische jagd hinter dem feld

Spanische jagd hinter dem feld

Quim Vidal liegt mit 141 Schlägen auf Platz acht, Manuel Elvira und Iván Cantero teilen sich Rang 15 bei 143. Jorge Campillo folgt mit 144, während Ángel Ayora bei -2 und zwei offenen Löchern die einzige echte Bewegungsfreiheit nach vorne hat. Thorbjørn Olesen und Alex Fitzpatrick stockten auf Loch 14, als der Schiedsrichter das Spiel aussetzte – beide könnten theoretisch noch an Chacarra schnuppern, wenn sie morgen früh ihre Bahnen runterbügeln.

Die DLF-Anlage spielt sich dieser Tage wie ein Kreuzworträtsel: unter Par zu bleiben erfordert mehr Lesekompetenz als Schlagkraft. Chacarra hat bisher beide Runden gelöst – als einziger. „Jeden Schlag will ich gewinnen, so war ich schon als Kind“, sagt er und klingt dabei, als wäre das keine Phrase, sondern eine Lebensversicherung. Rang 149 der Welt ist dabei nur eine Zwischenstation, nicht das Ziel.

Die Runde drei beginnt bei Tagesanbruch, die Scorekarten sind noch feucht vom Tau. Doch die Vorgabe steht: Wer in Neu-Delhi vor Chacarra liegen will, muss mehr tun, als nur die Sonne aufgehen lassen. Die Führung hat ein Name – und der hat schon mal bewiesen, dass er auch im Schatten trifft.