Chacarra kehrt in indien zurück und schlägt sofort ein – mental-pause beendet

Eugenio López Chacarra ist zurück – und wie. Nach eineinhalb Monaten Zwangspause wegen psychischer Erschöpfung feiert der Spanier in Neu-Delhi ein furioses Comeback. Mit einer 67er-Runde (-5) schießt er sich auf Platz zwei des Hero Indian Open. Die Birdie-Show begann erst auf dem siebten Loch, danach jagte er fünf Schlagvorteile in sieben Bahnen. Vor dem Clubhaus setzte er dem Tag den Schlusspunkt – ein letzter Birdie-Putt, der seine Lächeln zurückkehren lässt.

Der ort, der ihn glücklich macht

Indien ist für Chacarra kein Zufall. Vor zwölf Monaten gewann er hier sein erstes DP-World-Tour-Event. Die Erinnerung scheint Dopamin zu sein. „Ich habe die Schläger für eine Weile weggelegt, um wieder Mensch zu sein“, sagte er im März. Nun holt er sich auf dem gleichen Platz die Bestätigung: Der Schwung sitzt noch, die Nerven auch.

Die Runde war alles andere als makellos. Vom Tee fordert der Delhi Golf Club Strafen, wer die Eisen nicht zügelt. Chacarra brauchte sechs Löcher, um den Rhythmus zu finden. Dann der entscheidende Moment: Drive über 300 Meter, Approach auf einen Meter, Birdie. Die Karte explodierte in Grün. Zwei Bogeys schmälern das Bild nicht – sie wirken wie Warnstreifen auf einer Autobahn, die trotzdem ins Ziel führt.

Deutscher leader und katalanische träumer

Deutscher leader und katalanische träumer

Vor ihm liegt nur Freddie Schott. Der 26-jährige Deutsche, diesjähriger Sieger in Bahrain, ging mit 66 Schlägen in Führung. Für Chacarra kein Frust, sondern Maßstab. „Wenn Freddie das kann, kann ich das auch“, kommentierte er lapidar. Der Vorsprung beträgt einen Schlag – ein Handtuch, kein Berg.

Während Chacarra die Geschichte der Wiedergeburt schreibt, rissen andere Träume ein. David Puig bunkerte sich selbst. Der 22-jährige Katalane, der über einen Sieg noch in Augusta hätte einziehen können, versenkte sich mit Doppel-Bogeys auf 16 und 17. 77 Schläge, fünf über Par – die Masters-Fantasie begraben auf indischem Sand.

Noch spektakulärer stolperte Akshay Bhatia. Der mit Starterfeld-Best-Ranking (64. der Welt) begann mit einem Out-of-Bounds, spielte später versehentlich fremdes Golfball-Material und notierte auf den vorderen Neun ein 44. Sein Schlussspurt mit drei Birdies wirkt wie ein Lippenstift auf einem Autounfall.

Spanische armada im aufwind

Spanische armada im aufwind

Hinter Schott und Chacarra formiert sich die Iberische Verfolgung. Jorge Campillo, vor einer Woche noch Zweiter in Shenzhen, und Quim Vidal landen mit 70 Schlägen in den Top 10. Vidal, letztes Jahr Sieger des Challenge-Events in Gurugram, nahm sogar ein Double auf dem vierten Loch in Kauf – und schüttelte es wie Sommerregen ab.

Für Chacarra zählt nur Freitag. Die Cut-Linie kann er mit einem Handschlag versetzen. Die wahre Prüfung folgt am Wochenende, wenn die Temperaturen steigen und die Nerven blank liegen. Doch wer nach einer mentalen Zwangspause so zurückkommt, dem trauen Experten zu, das Turnier zu dominieren. Die Kugel rollt – und mit ihr die Geschichte eines Golfers, der sich selbst wiedergefunden hat.