Cavor packt die koffer: wetzlas tor-gigant zieht es nach ljubljana

Ein Satz, der Mittelhessen schwer im Magen liegt: Stefan Cavor geht. Nach 1.056 Treffern, nach 266 Bundesliga-Spielen, nach zehn Jahren Loyalität. Der 31-jährige Montenegriner unterschreibt beim slowenischen Double-Sieger Slovan Ljubljana bis 2028 – und spült zwei Flaschen Rakija auf die Verhandlungstische der Liga.

Der abschied, der schon lange brodelte

Intern hatte die HSG Wetzlar seit Wochen mit dem Worst-Case gerechnet. Cavor wollte nicht mehr nur Tabellenkicker sein, er wollte Europacup-Feeling, Dolce-vita-Klima und eine Stadt, in der Handball Religion ist. Ljubljana bietet alles drei. Die Slowenen um Manager Marko Ivič legten deshalb nicht nur ein Dreijahres-Paket auf den Tisch, sondern auch eine Rolle als „sportliches Aushängeschild“ – Marketingcode für: Wir bauen um dich herum die nächste Champions-League-Offensive.

Die Ablöse bleibt unter Verschluss, doch Insider sprechen von einer niedrigen sechsstelligen Summe plus Leistungsprämien. Für Wetzlar ein Tiefschlag, denn der Linkshänder war nicht nur Torgarant, sondern auch Auslöser des ersten Angriffs. Wer ihm das Erbe antritt, steht offen. Intern gilt Lukas Hutecek als Kandidat, doch der Österreicher steht noch bis 2026 in Graz unter Vertrag.

Slovan bastelt am super-team

Slovan bastelt am super-team

Mit Cavor und dem bereits verpflichteten Schlussmann Miljan Vujovic (TVB Stuttgart) schmiedet Ljubljana eine Selektion, die in der Regional Liga nur noch den Hauch einer Schwäche duldet. Vujovic gilt als starker Sprungwurf-Parierer, Cavor als König der ersten Welle – ein Duo, das den Gegner schon in der ersten Halbzeit in die Rückstandsfalle drücken soll.

Für Wetzlar beginnt nun der Countdown. Sportchef Achim Küspert muss binnen drei Monaten einen Ersatz finden, der nicht nur Tore schießt, sondern auch das Herz der Fans erobert. Die letzte Saison ohne Cavor endete 2015 auf Platz 15 – ein Albtraum, den sich niemand in der heutigen Liga wünscht.

Die Zahl, die alles sagt: 38,1 Prozent. So hoch war Cavors Torquote in engen Spielminuten, wenn die Uhr unter zehn Minuten lief. Weg ist der Mann, der aus zwanzig Metern traf, als würde er Klopapierrollen werfen. Schluss, aus, Ljubljana ruft.