Carstens entkommt dem dfb-hammer – dann trifft ihn der nächste schicksalsschlag
Florian Carstens darf aufatmen und fluchen zugleich. Das DFB-Sportgericht strich seine Rot-Sperre um ein Spiel – doch bevor er das Trikot wieder überstreift, schickt ihn sein eigener Körper auf die Tribüne.
Der einspruch traf einen nerv
Die Bilder gingen durch die dritte Liga wie ein Lehrfilm für fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen. In der 65. Minute gegen Wiesbaden setzte Carstens zum Ball gegen Florian Hübner – Beine angezogen, Fuß offen, Kontakt minimal. Wolfgang Haslberger zückte Rot, Rostock protestierte sofort. „Er zieht ja total zurück, er hat keine offene Sohle, er spielt den Ball sogar noch mit“, schimpfte Trainer Daniel Brinkmann. Die Argumente hatten Gewicht: Das Gericht kürzte die Sperre von zwei auf ein Spiel, Ostersonntag gegen Viktoria Köln bleibt Carstens in der Kabine.

Landespokal wird zur falle
Doch die Erleichterung währte nur 72 Stunden. Im Viertelfinale beim 1. FC Neubrandenburg drehte sich Carstens das Sprunggelenk um 90 Grad – ein dumpfer Knall, anschließend Stille auf dem Platz. Die Diagnose: Band- und Kapselrisse, Ausfallzeit offen. Brinkmann muss nun seine Abwehr neu sortieren, Carstens fehlt mindestens vier Wochen, eher sechs. Die Ironie: Der Verteidiger entkommt dem DFB-Verdikt, nur um sich selbst auf die Liste der Verletzten zu setzen.
Für Rostock bleibt die Lage trotzdem besser, als sie sein könnte. Ohne den erfolgreichen Einspruch würde Carstens zwei Pflichtspiele plus Reha-Ausfall fehlen – nun verpasst er nur Köln und kann sich voll auf seine Genesung konzentrieren. Die nächste Fußball-Wahrheit: Gelbe Karten kann man anfechten, Verletzungen nicht.
