Carro nennt stieler „blödmann“ – dfb-verfahren gegen leverkusens boss
Fernando Carro hat es wieder getan. Der CEO von Bayer Leverkusen stürmte nach dem 1:1 gegen Mainz in die Schiedsrichter-Kabine, beschimpfte Tobias Stieler lautstark als „Blödmann“ und zog den VAR mit hinein. Nun ermittelt der DFB-Kontrollausschuss.
Der vorfall in der bayarena
Kurz nach Abpfiff suchte Carro den Weg in den Innenraum der Arena. Auf dem Gang brüllte der 61-Jährige: „Wo ist der Stieler, der Blödmann?“ Sekunden zuvor hatte er Dominik Kohrs Rangelei mit Patrik Schick als klaren Elfmeter gewertet – Stieler ließ weiterlaufen, der VAR griff nicht ein. Die Konterchance führte zum 0:1. Carro: „Für mich ein klarer Elfer.“
Der Spanier ließ sich nicht bremsen. Nach dem Gespräch mit Stieler schob er die Schuld auf die Kölner Leitwarte: „Der VAR muss einschreiten, nicht der Schiri auf dem Platz.“ Auch Trainer Kasper Hjulmand schüttelte den Kopf: „Wenn das kein Penalty ist, muss mir das jemand erklären. Es ist unfassbar.“

Leverkusens formkurve zeigt nach unten
Die nächste Fußstaphe folgt auf dem Fuße. Seit drei Pflichtspielen wartet die Werkself auf einen Sieg, der Rückstand auf den Champions-League-Rang ist auf sechs Punkte angewachsen. Am Mittwoch geht’s zum angeschlagenen HSV, am Wochenende nach Freiburg, dann folgt Arsenal im Achtelfinale. Englische Wochen, volle Kanone – und der Klub-Chef steht unter DFB-Beobachtung.
Der Verband will nun prüfen, ob Carros Wortwahl die Ehre des Schiedsrichters verletzt. Eine Geldstrafe oder ein Platzverbot rückt näher. Für Leverkusen kommt die Ermittlung zur Unzeit: Die Mannschaft muss die Köpfe frei bekommen, der Boss droht, sie mit seiner hitzköpfigen Tour abzulenken.
Die Szene ist ein Lehrstück darüber, wie schnell emotionale Wut in den eigenen Strafraum zurückkehrt. Carros Temperament ist bekannt, doch wenn der CEO selbst die Contenance verliert, zieht er den ganzen Klub in den Sog mit hinein. Die Werkself steht vor der Rückrunden-Zerreißprobe – und der Präsident muss auf der Tribüne bleiben, falls der DFB durchgreift.
