Camello: „abstieg gegen conference-sieg? eher nicht!“
Gänsehaut und eine Prise Realismus im Vorfeld des Conference-League-Halbfinales gegen Straßburg: Sergio „Camello“ Camello hat in einer offenen Äußerung im Namen des Kaders die Stimmungslage im Team beschrieben – und dabei auch eine brisante Frage beantwortet. Der Stürmer, der in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen hat, zeigte sich überzeugt: Ein Abstieg in die zweite Liga wäre für ihn kein Preis für den Conference-League-Triumph.
Die nervosität im griff und die unterstützung von vallecas
„Koke weiß da mehr darüber als ich“, scherzte Camello, als er auf seine ersten Erfahrungen im Profifußball angesprochen wurde. „Das sind Gefühle, denen ich mich erst jetzt stelle. Es ist wunderschön, was wir hier erleben. Wir werden morgen mit dem auf den Platz gehen, was wir sind.“ Die Anspannung, so betonte er, käme nicht aus Angst, sondern aus der Energie, die von den Rängen ausgeht. „Ich bin kein Mensch, der nervös wird. Es ist die Aufregung, Vallecas zu spüren, wenn das Stadion bebt. Sobald der Schiedsrichter pfeift, verfliegt alles.“
Die Einheit mit den Fans scheint ungemein stark zu sein. „Wir haben die Chance noch nicht gehabt, diese Verbindung wirklich zu spüren, aber wir wissen, was dieser Pokal für unsere Anhänger bedeutet. Es wird ein Fest, das lässt sich erahnen. Die Tribünen werden explodieren.“

Camello: vom joker zum stammspieler und die demut des erfolg
Seine persönliche Entwicklung hat Camello in den letzten Jahren stark geprägt. „Es war nicht immer einfach, als Joker zu kommen und immer eine positive Energie zu verbreiten. Aber ich habe gelernt, von meinen Teamkollegen zu profitieren und meine Rolle zu akzeptieren. Es ist eine unglaubliche Freude, wenn ich helfen kann.“ Er wies darauf hin, dass er aus der Erfahrung der Olympischen Spiele gelernt habe: „Man muss den Moment genießen, denn die Größe des Erfolgs wird einem erst im Nachhinein bewusst.“
Die Frage, ob ein Teil der Fans einen Abstieg für den Gewinn der Conference League in Kauf nehmen würde, beantwortete Camello direkt: „Das ist eine andere Geschichte. Wir Spieler sind eben auch nur Spielmaterial. Ich bin kein Mensch, der sich mit dem Gedanken an einen Abstieg abfinden würde. Ich möchte gewinnen, ja, aber nicht auf Kosten meiner Karriere. Ich verstehe die Verzweiflung der Fans, die schon lange keine sportlichen Erfolge feiern durften, aber für mich ist das kein Thema.“
Es bleibt abzuwarten, ob Straßburg die Euphorie von Vallecas brechen kann. Aber eines ist klar: Sergio Camello und sein Team sind bereit, alles zu geben. Die Atmosphäre in Madrid ist elektrisierend, und der Traum vom europäischen Titel ist näher als je zuvor.
