Caldentey krönt sein comeback mit machtdemo in alcobendas
Mit einem Satz aus fünf Jahren Pause zurück und sofort die volle Ladung: Miguel Ángel Caldentey fegte durch das Pre-Turnier von Alcobendas, riss vier von fünf Disziplinen an sich und schickte eine Warnung an die gesamte spanische Strongman-Szene.
Draußen an der Ciudad Deportiva Valdelasfuentes roch es nach heißem Gummi und Eisenton. 14 Athleten, dabei zwei alte Hasen, die das Podest der Jahre 2020/21 schon kennen, lieferten sich einen Schlagabtausch, der selbst den Sportdezernenten Jesús Tortosa vor Spannung die Stimme versagte. Ergebnis: Caldentey vor dem Madrilenen Pedro Cordón – ein Duell wie früher, nur lauter.
Der 48-jährige rodríguez schreibt geschichte
Dahinter landete Daniel Rodríguez. 48 Jahre alt, Mallorquin, bald Rekordhalter als ältester Starter in der Geschichte der Liga Nacional de Fuerza. „Ich komme nicht, um Fotos zu machen“, sagte er nach dem Wettkampf und wischte sich Kalk aus dem Bart. Er schaffte trotz Rückenproblemen Rang drei und fixierte sich damit das Ticket für 2026.
Platz vier, ebenfalls qualifiziert, ging an Debütant Miguel Ángel Palomar aus Segovia. Der 30-Jährige hob, zog und trug, als gäbe es kein Morgen – und durfte sich über eine der vier (!) Startplätze freuen, weil Valentiner Victor Casado seine Karriere beendet hatte.

Die disziplinen im schnelldurchlauf
1. Arrastre de Camión: Acht Tonnen Lkw über 20 Meter – Cordón gewann, Caldentey folgte zwei Zehntel dahinter. 2. Apollon-Pressen: 90 kg an der 5-cm-Stange – Caldentey drückte 8 Wiederholungen, niemand kam über fünf. 3. Paseo del Granjero: 125 kg in jeder Hand – wieder Caldentey, 18,43 Sekunden. 4. Mudanza: 80 kg, 105 kg, 145 kg – gleiche Reihenfolge wie zuvor. 5. Steinheben: 125 kg auf 1,30 m – Caldentey schaffte 11 Valid Raises, Cordón 9, danach war die Sache klar.
Die Uhr blieb bei 59:58 stehen, als der Baleare den Stein fallen ließ – Showman bis zum Schluss.

Terminkalender der lnf 2026
Start ist im Juni, dann geht’s am 4. Juli nach Vinyols i els Arcs (Tarragona), am 19. September nach Mutxamel (Alicante), im Oktober nach Alcalá del Valle (Cádiz) und am 20. November ins Finale nach Móstoles (Madrid). Mit dabei: Titelverteidiger Gianluca Ardenghi, Vizemeister Adrián Vela sowie Marc Martínez und Matthew Riddall. Caldentey, Cordón, Rodríguez und Palomar komplettieren das Elitefeld von acht Athleten.
Reservisten wie Álex Suárez oder der Schwede Boris Boskovic müssen sich warmhalten – bei diesem Niveau kann schon ein versprengter Sehnenriss den Kader durcheinanderwirbeln.
Caldentey ließ nach seinem Sieg keinen Zweifel: „Ich bin nicht zurück, um anzukommen – ich bin zurück, um zu gewinnen.“ Die Liga hat ihren Schrecken wieder, und der Trainingsplatz auf Mallorca wird diese Woche wohl nicht vor Mitternacht ruhig.
