Cádiz zittert: cala räumt führungsvakuum ein und fordert sofortige reaktion
Die 0:2-Niederlage gegen Málaga war erst der Anfang. Was folgte, war ein Beben im Nervenzentrum des Cádiz CF. Juan Cala, Koordinator der Sportdirektion, schaltete sich am Freitag bei Canal Sur Radio ein und ließ keinen Zweifel: Der Klub steht mit dem Rücken zur Wand.
Cala spricht offen aus, was im estadio ramón de carranza niemand laut sagen wollte
„Wir sind jeden Tag damit beschäftigt, die Dynamik zu kippen“, sagte der Ex-Profi. Kein PR-Sprech, keine Phrasen. Stattdessen das Eingeständnis, dass die Mannschaft in der Segunda División bislang „keine Antwort“ auf die physische und mentale Härte der Liga gefunden hat. Besonders brisant: Cala bestätigte das Fehlen von Spielern, die das Team durchs Dickicht ziehen. „Wir vermissen Führungsspieler, egal welche Position sie bekleiden.“
Die Worte klingen wie ein Seitenhieb auf den Kader, der in den vergangenen Jahren vor allem auf Potenzial statt auf Charakter setzte. Junge Talente sollen heranwachsen, doch in Krisenzeiten braucht es Stimmen, die das Spiel auf dem Platz regeln – nicht nur in der Kabine. Cala macht klar: Diese Stimmen gibt es derzeit nicht.

Dreijahresplan stützt sich auf nachwuchs – doch die uhr tickt laut
Trotz des Drucks verteidigt der 35-Jährige das langfristige Projekt des Vereins. Seit fünf Jahren arbeite Cádiz an einer Umstrukturierung, die sich in der Akademie bereits bezahlt mache. „Wir ernten Früchte in der Cantera“, so Cala. Doch der Zahn der Zeit nagt. Die Fans fordern Ergebnisse, nicht Entwicklungsberichte. Der Appell an Geduld wirkt angesichts von drei sieglosen Partien in Folge wie ein frommer Wunsch.
Der Koordinator pocht darauf, erfahrene Kräfte nun in den Mittelpunkt zu stellen, um die Saison zu stabilisieren. Dabei ist die Personaldecke dünn: Mittelstürmer Chris Ramos laboriert an einer Sprunggelenkspreizung, Linkverteidiger Fali de Jong ist gesperrt. Die nächste Aufgabe wartet bereits am Montag mit dem Auswärtsspiel bei Real Valladolid.
Cala klang nicht wie ein Manager, der sich auf Statistiken versteckt. Er klang wie jemand, der weiß: Eine weitere Niederlage und das eigene Büro rückt in den Fokus der Revolte. Der Klub, einst für seine brütende Stadionatmosphäre bekannt, spürt die Kälte der Zweitklassigkeit. Die Wärme kommt nur zurück, wenn jemand auf dem Rasen endlich das Zepter übernimmt. Sonst bleibt Cádiz nur der Blick auf die Tabelle – und der wird täglich ungemütlicher.
