Cachón jagt rossel: wrc2-krimi auf gran canaria spitzt sich zu
Alejandro Cachón brennt. Auf den Kantenstraßen von Moya-Gáldar, wo die Rallye-Islas-Canarias-Sonde von MARCA lag, hat der Asturier die Stoppschilder der französischen Meute ignoriert und sich in Schlagdistanz zu Léo Rossel gebracht. Zweiter Platz in WRC2 – doch die Zeitanzeige lügt nicht: Zwischen dem Repsol-Toyota-Piloten und der Spitze liegen nur Sekundenbruchteile, keine Welten.
Regen, hitze, gummi: das drehbuch schreibt mit
Morgens noch peitschte feiner Sahararegen über die Anhöhe von Arucas, ließ den GR Yaris auf glasiertem Asphalt untersteuern. „Du trittst aufs Gas und spürst, wie das Auto wegwill, aber nicht weiß, wohin“, sagt Cachón und reibt sich die Fingerkuppen, als wollte er Restgrip herauszaubern. Rossel und Co-Pilot Camlii nutzten das Fenster, rissen sich ein paar Zehntel heraus. Doch die Geschichte dreht sich mit jedem Reifensatz neu.
Nachmittags knallt die Sonne aus 30 Grad herunter, die Mischung wird weich, das Limit wandert tiefer. „Wenn du jetzt Roulette spielst, stehst du auf der nächsten WP mit runtergelaufenen Slicks da“, kommentiert Cachón trocken. Er spielt nicht, er rechnet – und bleibt dran. Nur Rossel, Asphalt-Zauberer aus der Cevennen, findet noch eine zusätzliche Gangart. Der Rest des Feldes schaut auf Nummer zwei.

Valsequillo wird die wahrheit zeigen
Mehr als 80 Kilometer stehen am Sonntag auf der Uhr, ungewöhnlich viel für einen WM-Finaletag. Der 22-Kilometer-Longrun durch Valsequillo wird die Reifen kochen und die Nerven blankziehen. Cachón kennt die Strecke aus Jugendzeiten, als er mit einem umgebauten Streetcar die Serpentinen hochjazzte. Jetzt sitzt er in einem Toyota, der mit den gleichen Repsol-Schnörkeln daherkommt wie einst Carlos Sainz’ Celica – nur die Technik ist 30 Jahre weiter.
Lancia führt, Toyota lauert. Die Italiener wollen den Kroatien-Coup wiederholen, doch Cachón hat andere Pläne. „Ich will, dass mein Name morgen in der Weltelite hallt“, sagt er und drückt die Tür zu. Keine großen Worte, nur ein Ziel: den Spieß umdrehen und Rossel das letzte Stück Kanonenfutter wegnehmen. Die Cunetas von Gran Canaria werden es beweisen – und sie lügen nie.
