Byd kassiert 19% gewinneinbruch – der preiskampf bei e-autos wird blutig

Der einstige Liebling der Analysten zittert: BYD musste 2025 den ersten Gewinnrückgang seit vier Jahren einstecken. 4,72 Milliarden Dollar blieben unten – ein Minus von 19 Prozent. Die Aktie sackt vorbörslich ab, Lieferanten rechnen nach, und selbst der sonst so lässige Konzernchef Wang Chuanfu spricht plötzlich von „brutaler Auslese“.

Warum der boom in china plötzlich verpufft

Die Rechnung war simpel: Mehr Autos verkaufen, mehr Geld verdienen. Doch BYD verkaufte 4,6 Millionen Fahrzeuge – ein Plus von 30 Prozent – und kassierte trotzdem weniger. Der Clue: In der Heimat hat der Preisverfall die Margen zerfressen. Ein mittlerer BYD kostet dort inzwischen unter 22.000 Dollar, ein Preisniveau, auf das das Unternehmen angewiesen ist, weil es in den höheren Segmenten gegen Tesla, Nio und Geely verliert. Letztere steigerte den Gewinn im gleichen Zeitraum um 36 Prozent.

Die chinesische Regierung hatte die Kaufprämien für günstige E-Autos gekürzt und dafür Premium-Modelle begünstigt – ein Schachzug, der BYD in die Defensive drängte. Statt Gewinn zu machen, musste der Marktführer Rabatte verteilen, um die Fabriken am Laufen zu halten. Das Ergebnis: Die Bruttomarge im Autosegment fiel auf 20,5 Prozent, ein Verlust von 1,8 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.

Exporte retten nicht einmal die ehre

Exporte retten nicht einmal die ehre

Über eine Million Autos schickte BYD 2025 ins Ausland – ein Plus von 150 Prozent. Doch selbst dieser Sprint reichte nicht, um die Preisschlacht daheim zu kompensieren. Die Erlöse stiegen leicht um 3,5 Prozent auf 105 Milliarden Euro, doch im vierten Quartal brachen die Gewinne um 9,3 Prozent ein. Parallel dazu schrumpfte die Belegschaft um 87.000 Köpfe auf 869.622 Mitarbeiter.

Tesla erlebte ein ähnliches Desaster: 3,5 Milliarden Dollar Gewinn – das schwächste Ergebnis seit Jahren. Die Botschaft ist klar: Die goldene Ära der E-Auto-Margen ist vorbei. Wer jetzt nicht mit harter Cash-Reserve und technischem Sprung nachlegt, verliert das Feld.

BYD will mit der Blade Battery 2.0 und einem neuen Super-Hybrid nachlegen, doch die Konkurrenten schlafen nicht. Die nächsten zwölf Monate entscheiden, wer den Preiskampf überlebt – und wer nur noch in Erinnerungsartikeln auftaucht.