Bvb-zukunft versiegelt: drei leihflops fallen durchs raster

Stefan Fischer, TSV Pelkum Sportwelt – Während Samuele Inácio, Mathis Albert und Luca Reggiani gegen Freiburg den nächsten Jubel-Tanz einstudieren, sitzen drei einst gehypte Hoffnungsträger in der Schweiz, in Sinsheim und im Ruhrpott auf dem Abstellgleis. Der BVB plant die nächste Saison längst ohne Cole Campbell, Kjell Wätjen und Julien Duranville.

Die neue garde lässt die alten verstauben

16 Jahre, 88 Minuten – Mathis Albert hat noch Milch im Kühlschrank und durfte dennoch Profiluft schnuppern. Sein 18-jähriger Kollege Inácio durfte von der ersten Minute an gegen Freiburg auflaufen, Reggiani stand bereits sechs Mal in dieser Saison auf dem Feld und schoss direkt sein erstes Tor. Die Schwarz-Gelbe Blase jubelt. Doch hinter den Kulissen wird eiskal gerechnet.

Die Leihen von Campbell (TSG Hoffenheim), Wätjen (VfL Bochum) und Duranville (FC Basel) laufen aus – und keiner der Drei hat sich empfohlen. Campbell laborierte an einer Sprunggelenksverletzung und kam auf magere 30 Minuten. Wätjen stand in den letzten zwölf Zweitliga-Spielen nur einmal in der Startelf, weil Bochum gegen den Abstieg kämpft und auf Erfahrung setzt. Duranville erzielte in der Super League zwölf Mal zwei Treffer – reicht das, um wieder ins Dortmunder Rampenlicht zu treten? Intern heißt es laut Sport1-Informationen: eher nicht.

Kein platz im 16-kerner-korsett

Kein platz im 16-kerner-korsett

Der Plan ist kristallklar: Trainer Nuri Sahin soll im Sommer mit 16, 17 gestandenen Profis planen, dazu ein Pool von Rohdiamanten, die sich Stück für Stück hocharbeiten. Inácio, Albert und Reggiani gelten als „Slot-fähig“. Campbell, Wätjen und Duranville stehen auf der Warteliste – und die ist lang. Eine weitere Leihe gilt als wahrscheinlichste Lösung, damit die Talente Spielminuten sammeln und der BVB im Zweifel noch einmal zuschlagen kann.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 30 Minuten, einmal Startelf, zwölf Einsätze ohne Durchbruch. Dagegen stehen sechs Einsätze und ein Tor für Reggiani, ein souveränes Debüt für Inácio und ein Rekord-Alter für Albert. Die Geschwindigkeit, mit der sich die Nachwuchszentrale verschiebt, frisst ihre eigenen Kinder.

Der BVB lässt sich nicht von vergangenen Investitionen blenden. Wer nicht liefert, fliegt – egal, wie hoch einst das Rating war. Der nächste Sommer wird gnadenlos. Die Karrieren von Campbell, Wätjen und Duranville stehen auf dem Prüfstand, während Inácio, Albert und Reggiani schon den Koffer für die USA-Reise packen. So schnell kann Fußball sein. So brutal auch.