Bvb-frauen knallen gegen ferencváros an der sechs-tor-mauer raus
27:27 in Budapest – ein Remis, das wie eine Niederlage schmerzt. Die Handball-Frauen von Borussia Dortmund verpassen am Samstagabend in der Ferencváros-Arena das Viertelfinale der Champions League, weil die 25:31-Pleite aus dem Hinspiel wie ein Betonklotz im Nacken sitzt.
Die erste viertelstunde täuschte über das drama hinweg
Kaja Kamp Nielsen trifft mit links, ihrer „falschen“ Hand, direkt beim ersten Angriff. Alina Grijseels scheitert zwar am französischen Weltklassetor Laura Glauser, doch der BVB wirkt zunächst wie ein Team, das an Wunder glaubt. Melinda Szikora, einst selbst FTC-Keeperin, hält doppelt gegen Hársfalvi und Simon – die Schwarz-Gelben wirken frisch, mutig, als hätten sie die Sechs-Tor-Forderung einfach vergessen.
Doch die Rechnung ist gnadenlos. Selbst ein 27:22-Sieg würde nicht reichen, weil die Ungarinnen im Hinspiel elf Tore in Unterzahl erzielten und Dortmunds Kreis deckungsunfähig war. Henk Groener hatte vor der Partie von „90 Minuten Basketball auf Rasen“ gesprochen – gemeint war: Vollgas, Gegenpressing, 7-vs-6-Varianten. Was folgte, war ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem der Mäusekäfig aber schon vor Anpfiff zugeschnappt war.

Rote karte gegen olsson lässt den traum platzen
Emma Olsson trifft doppelt zum 14:11, dann räumt sie Klujber ab – zweite Zeitstrafe, Rot. Die Slowakinnen Schiedsrichterinnen entscheiden sich für die harte Linie, 34. Minute, Unterzahl. Fortan spielt Dortmund wie auf Feldwasserstoff: noch schnell, aber mit leerem Tank. Die FTC gleicht aus, geht in der 46. Minute erstmals seit der Anfangsphase wieder in Führung, und die Schwarz-Gelben beginnen, mit der Uhr zu spielen, statt mit dem Ball.
Die letzten fünf Minuten sind ein einziges Stakkato. Grijseels trifft zum 26:25, Simon antwortet. 60 Sekunden später führt Dortmund wieder, doch die Ungarinnen lassen den Ball nicht mehr aus den Händen. Die Uhr tickt runter auf 0:00, Simon vergibt den Siebenmeter – ein letztes Geschenk, das keiner mehr einpacken kann.

Zwischen pokal-stern und champions-league-schmerz
Für den BVB bleibt der DHB-Pokalsieg vom 15. März – das erste nationale Trophäe seit 1997. Doch die Champions-League-Träume enden in der ungarischen Provinz. Die Bundesliga-Spitze rutsft sich nun für Mittwoch gegen Oldenburg neu: 19:30 Uhr in der Westfalenhalle, vor 4.000 Fans, die nach diesem 27:27 noch mit einem seltsamen Kribbeln im Magen sitzen.
Die Zahlen sind hart: 52 Treffer im Doppelpack, aber nur 49 Tore Vorsprung nötig. Die Handball-Logik gnadenlos. Die Saison nicht zu Ende, aber der Kontinent vorläufig geschlossen.
