Bulega donnert nach donington: kann ihn jemand stoppen?

Nicolò Bulega hat den Superbike-Weltmeisterschaft 2026 bereits im Juli zur Ein-Mann-Show degradiert. 121 Punkte Vorsprung. Sieben Siege aus sieben Rennen. Selbst die Race of Champions beim WDW 2026 ging an den Italiener und seine Ducati Panigale V4 R. Dieses Wochenende rollt der Zirkus auf den Donington Park – und die Frage ist nicht, ob jemand gewinnt, sondern ob überhaupt jemand mitfahren kann.

Der einzige mann, der theoretisch gefährlich werden könnte

Sein Teamkollege Iker Lecuona hat 18 zweite Plätze am Stück eingefahren. Stabil, ja. Bedrohlich, nein. Der Spanier ist frischgebackener Vater, vielleicht schläft er jetzt besser, aber gegen Bulegas symbiotisches Gefühl für die Panigale? Ein Lehrbuchbeispiel für das Problem der aktuellen Saison: Ein Fahrer, eine Maschine, perfekte Harmonie. Der Rest der Welt schaut zu.

Die britischen Zwillinge Alex und Sam Lowes haben Heimrecht. Alex auf der Bimota, Sam auf der Ducati des Elf Marc VDS-Teams – einem Team, das gerade seinen Patron Marc Van Der Straten verlor. Emotionale Energie, sicher. Aber reicht das gegen einen Mann, der noch nie eine Runde ohne Siegambitionen gefahren ist?

Die italiener mit den privaten ducatis

Die italiener mit den privaten ducatis

Yari Montella liegt Dritter in der WM, hat gerade bei Barni Spark verlängert. Ein Sieg wäre seine Anmeldung für die Zukunft. Dahinter lauern Lorenzo Baldassarri (GoEleven) und Alberto Surra (Motocorsa) – alles Ducati-Piloten, alles hungrig, alles chancenlos gegen die Werksmaschine aus Borgo Panigale.

Axel Bassani versucht es mit der zweiten offiziellen Bimota. Miguel Oliveira hat die Pause genutzt, bei BMW wieder Form zu finden. Die Portugiesen sind bekannt für ihre späten Saisonstarts. Ob Donington der Moment ist? Die Historie spricht dagegen.

Rea kehrt zurück – aber warum?

Rea kehrt zurück – aber warum?

Jonathan Rea, sechsmaliger Weltmeister, wird als Wildcard aus dem Ruhestand gerissen. Seine Fans in Großbritannien werden es feiern. Rea selbst kommt vom Suzuka-8-Stunden-Sieg, motiviert, hungrig. Aber die Realität ist hart: Die Honda ist kein Siegfahrzeug, und Rea ist nicht mehr der Mann von 2019. Ein Podium wäre die Sensation des Jahres.

Sein Teamkollege Somkiat Chantra teilt das gleiche Schicksal. Jake Dixon kehrt zurück, nach was auch immer ihn stoppte. Bei Yamaha leidet Andrea Locatelli mit der R1, während Danilo Petrucci erst vom Arzt für startberechtigt erklärt werden muss. Die italienische Tragödie dieser Saison.

Der altehrwürdige donington park

Der altehrwürdige donington park

4,020 Kilometer, zwölf Kurven, fünf Links, sieben Rechts. Seit 1988 im Kalender, damals gewannen Davide Tardozzi auf Bimota und Marco Lucchinelli auf Ducati. Heute ist Tardozzi Teamchef in der MotoGP, Lucchinelli Legende. Der Mann mit den meisten Donington-Siegen? Toprak Razgatlioglu, mittlerweile bei Pramac Yamaha in der Königsklasse verschwunden. Die Superbike verliert ihre Stars nach oben, behält ihre Tradition.

Die Rennen starten um 16:30 Uhr italienischer Zeit, die Superpole Race um 12:10 Uhr. Sky Sport MotoGP hat wegen des Deutschland-GPs der MotoGP keine vollständige Live-Berichterstattung – Sky Sport Arena und Sky Sport Max springen ein. TV8 zeigt die Hauptrennen frei empfangbar, die Superpole Race als Aufzeichnung am Sonntagnachmittag.

Bulega braucht diesen Titel nicht mehr zu beweisen. Er beweist ihn jedes Wochenende aufs Neue. Die 434 Punkte sprechen eine Sprache, die niemand mehr übersetzen muss. In Donington wird er wieder gewinnen. Die Frage ist nur, mit wie viel Abstand.