Bronze entgleitet dem thc – blomberg-lippe dreht die partie in den letzten zehn minuten

Kein Happy End für den Thüringer HC: Nach dem Halbfinale-Herzschlag gegen den Buxtehuder SV verspielte das Team von Trainer Herbert Müller auch die kleine Medaille. Die HSG Blomberg-Lippe siegte im Spiel um Platz drei 29:27 und nahm die Bronzemedaille mit nach Nordrhein-Westfalen.

Die favoritenrolle wog schwer

Die Thüringerinnen hatten das Heimrecht, 2 500 Fans im Rücken und die Erfahrung von vier Pokalsiegen. Doch genau diese Last machte sich in der Porsche-Arena bemerkbar. Müller rotierte, schonte Reichert, doch die Lücken im Rückraum blieben. Blomberg spielte frei auf, konterte schnell und fand mit Ona Vegué die Matchwinnerin. Zehn Treffer stehen am Ende für die Spanierin – ein persönlics Highlight und die Zündschnur für den THC-Kollaps.

Die Partie schien nach 50 Minuten gelaufen. Thüringen führte 24:22, das Momentum auf der linken Rhein-Seite. Dann jedoch setzte Veith ihren Block: drei Siebenmeter gehalten, zwei Feldwürfe abgewehrt – binnen 120 Sekunden drehte sich die Stimmung im Stadion. Aus 24:24 wurde 24:27, und die HSG jubelte schon, während die Thüringer nur noch die Köpfe schüttelten.

Kim ott: „wollten zeigen, dass wir fighten“

Kim ott: „wollten zeigen, dass wir fighten“

Die 26-jährige Rückraumspielerin sprach nach Abpfiff von „Frust und Stolz zugleich“. Das Team habe beweisen wollen, „dass wir nach dem bitteren Halbfinale zurückkommen“. Doch der Körper folgte nicht mehr. Im letzten Viertel lagen die Wurfquoten bei 38 % – gegen 62 % im ersten Durchgang. Aizawa traf noch sechsmal, doch allein reichte es nicht. Die Statistik bleibt hart: Thüringen wartet seit 2022 auf den fünften Pokalsieg, Blomberg feiert die zweite Bronce nach 2019.

Für den THC beginnt nun die Liga-Zählgerechtigkeit. Die Punkte gegen die Kellerkinder kommen, doch die mentale Delle ist da. Wer zwei Tage vorher noch im Siebenmeterkrimi unterliegt, muss am dritten Tag die mentale Frische finden – ein Kunststück, das nur wenige Teams meistern. Die HSG beweist, dass Talent plus Euphorie Titelträger aushebeln kann. Und Veith? Die 23-jährige Torhüterin dürfte am Montag die Nationalmannschaftsliste der Kroatin Nenad Sijan erreichen. Bronze ist auch ein Ticket in die Pole-Position.