Briten läuft 50 km stockbesoffen – und erzählt stolz jedes detail
Holmenkollen, 14. März 2026, 16:42 Uhr Ortszeit: Gabriel Gledhill taumelt über die Ziellinie, 20:18 Minuten hinter dem Sieger, aber mit einem Grinsen, das selbst die norwegische Polizei verlegen macht. Der 23-jährige Brite hat soeben die wohl säuferischste Weltcup-50-km seiner Karriere absolviert – und gibt unverblümt zu, dass er sich während des Rennens einen Kater von morgen zuzelt.
Schon in runde drei kippt er das erste bier
„Ich hab in der dritten Runde angefangen, Bier und Schnaps zu trinken“, sagt Gledhill den skandinavischen Kollegen direkt nach dem Zieleinlauf. Die Zahl, die er nennt, lässt selbst erfahrene Streckenposten blass werden: ein Dutzend Bier plus eine Handvoll Schnäpse. Kein Scherz, kein Alibi – purer Selbstbiss. Dazwischen kotzt er sich aus, wischt den Mund ab und tuckert weiter. Rang 67 von 75 – seine schlechteste Platzierung, seine spektakulärste Story.
Die Organisatoren schalten erst mal auf Durchzug. Kein Disziplinarverfahren, keine sofortige Suspendierung. Denn Holmenkollen lebt vom Volksfest, und Gledhill liefert die Narrative auf dem Silbertablett der Boulevard-Journale. Die Fans jubeln ihm zu, als wäre er der neue König der Loipe – nur mit weniger Chrom und mehr Kater.

Der skisport schaut verlegen weg
Was bleibt, ist ein Fetzen Selbstinszenierung und die Frage, wie viel Promille ein Athlet vertragen darf, bevor der Weltverband einschreitet. Die FIS schweigt bislang, doch intern kursiert die Angst, dass der nächste Hobby-Trinker sich an Gledhills Ruhm bedient. Denn der Brite selbst sieht kein Problem: „Am Holmenkollen geht es darum, Spaß zu haben.“
Die Sponsoren werden ihre Moralklauseln zücken, der Skiverband wird ein Fläschchen Penetranz öffnen, und die Trainer werden künftig Atemtests fordern. Aber das Image bleibt: Ein Läufer, der sich selbst zur Zielgerade kotzt und trotzdem lacht – das verkauft sich besser als jeder Clean-Sport-Werbeclip. Die Quote war gestern, die Geschichte ist heute. Und Gledhill? Der feiert gerade irgendwo in Oslo seinen 13. Siegeszug – diesmal ohne Ski.
