Brest reagiert auf foppas babypause mit handball-legende broch

Pauletta Foppa trägt demnächst statt Trikot und Schuhe Babystrampler und Schnuller – Brest Bretagne Handball muss auf seine Gold-Kraft verzichten und setzt sofort nach: Mit Yvette Broch holen die Französinnen eine dreifache Champions-League-Siegerin aus dem Ruhestand zurück.

Medical joker mit glamour-status

Die 35-jährige Niederländerin unterschreibt für drei Monate, bis Saisonende. Das reicht, um die Lücke zu schließen, die Foppa hinterlässt – 25 Jahre alt, Olympia-Gold 2020, Weltmeisterin 2023, Mittelblock, der die gegnerischen Abwehrreihen zerreißt. Kein Ersatz, sondern ein Statement. Broch bringt 1,78 m Erfahrung mit, 186 Länderspiele, drei Königskreuze am oberen Arm.

Das Timing ist perfekt. Brest liegt in der Liga auf Kurs Richtung Final Four, in der Champions League wartet noch das Viertelfinale. Trainerin Raphaëlle Tervel kannte Broch noch aus gemeinsamen Györ-Zeiten, als die Niederländerin 2017 und 2018 das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League holte. „Ich musste nicht lange überlegen“, sagt Broch, „Raphaëlle rief, ich sagte Ja.“

Von metz über györ nach brest

Von metz über györ nach brest

Frankreich ist kein Neuland für die Haarträgerin: Schon zwischen 2011 und 2015 sowie in der Saison 2020/21 lief sie für Metz Handball auf. Jetzt wechselt sie ins Lager des Rivalen – legal, weil außerhalb der Transferperiode, genehmigt als medizinische Sonderlösung. Vereinspräsident Nicolas Roue spricht offen aus, was sonst nur hinter vorgehaltener Hand gemurmelt wird: „Ein Baby ist besser als ein Kreuzbandriss, aber das Problem bleibt gleich: Wir brauchen sofortige Stabilität.“

Die Statistik zeigt, warum Brest handelte. In dieser Saison erzielte Foppa 47 Treffer in 14 Pflichtspielen, gewann 67 Prozent ihrer Zweikämpfe im Rückraum und blockte im Schnitt zwei Würfe pro Partie ab. Zahlen, die man nicht mal eben durch Schulterklopfen ersetzt.

Broch selbst spielt die Sache runter. „Ich bin kein Zauberer, ich bin Handballerin“, sagt sie. Trainingsstart ist sofort, erste Einsatzminuten könnten bereits am kommenden Wochenende gegen Nantes fallen. Ihre Kondition? „Ich habe nie aufgehört zu trainieren, nur aufgehört zu spielen.“ Ein Satz, der mitten in die Kabine trifft und die Konkurrenz wissen lässt: Brest ist noch lange nicht bereit, die Saison abzuschreiben.