Brennan schlägt zu: 20-jähriger brittet belgien ein und lässt italiens tudor-duo stehen
Matthew Brennan feierte in Kuurne-Bruxelles-Kuurne seinen ersten Sieg auf belgischem Pflaster – und das mit 20 Jahren so souverän, als wäre er schon jahrelang Flanderns Schrecken. Hinten raus mussten Luca Mozzato und Matteo Trentin der Tudor Pro Cycling Team von Fabian Cancellara gratulieren: Zweiter und Dritter, starker Auftritt, aber keine Chance gegen den Briten von Visma-Lease a Bike.

Die zahl, die alle sprachlos macht
Brennan hat gerade mal zwei Saisons als Profi auf dem Buckel – und bereits 14 Siege. Geboren 2005, Jahrgang, der sonst noch mit der Schulbank liebäugelt. Stattdessen jagt er in Flandern die Altmeister weg, tritt aus dem Sattel, als wäre die Hölle von Norden sein Hinterhof. Kuurne war bisher sein größtes Stück Lebensversicherung.
Cancellara stand hinterm Zielstrich, die Sonnenbrille auf der Stirn, und konnte nur nicken: „Meine Jungs waren brillant, aber dieser Brennan ist einfach eine andere Liga.“ Mozzato fuhr das beste Ergebnis seiner Karriere, Trentin bewies, dass er nach Jahren in der Wüste wieder zubeißt. Beide Tudor-Fahrer ließen sich nicht aus dem Konzept bringn, als sich 70 Kilometer vor dem Ziel ein Ruck durchs Feld zog – mit Jonathan Milan im Sog, der später nicht mehr zurückfand.
Die italienische Equipe darf sich warm anziehen: Mit diesem Duo und dem Schweizer Mastermind am Steuer wird Tudor nicht nur bei Strade Bianche für Furore sorgen. Hinten raus kocht die Poste, und die Konkurreenz schaut plötzlich nervös auf die Startlisten.
Für Brennan ist Kuurne nur die halbe Miete. Er fliegt nächste Woche nach Tirreno, dann nach Gent-Wevelgem. „Ich mag Klassiker, ich mag Wind, ich mag Schmerzen“, sagte er nach dem Rennen mit der Coolness eines Teenagers, der gerade sein erstes Playstation-Spiel gewonnen hat. Nur dass dieses Spiel live im belgischen Matsch stattfand und seine Zukunft schon jetzt überdurchschnittlich golden aussieht.
