Brad larsen trägt seine größte niederlage: eishockey-coach verliert hannah an krebs
Die Nachricht trifft die NHL wie ein Checks in die Bretter: Brad Larsen, zuletzt Assistant Coach der Calgary Flames, muss mit 48 Jahren Witwer werden. Seine Frau Hannah verlor nach Jahren des Kampfes gegen Krebs mit 51 Jahren den letzten Face-off. Die Flames bestätigten den Tod am Montagmorgen – und mit ihr brach für den Kanadier eine Welt zusammen.
Ein rücktritt, der liebe mehr wert war als ein vertrag
Bereits im Dezember 2024 hatte Larsen die Flames verlassen, „aus familiären Gründen“, wie es damals hieß. Die Wahrheit: Hannahs Therapie verlief erneut toxisch, die Tumore resistierten. Statt Powerplay und Penalty-Killing organisierte der Coach Krankentermine, schob Kinder Faith und Ty zur Schule, schwieg über Prognosen. „Er wollte einfach nur da sein“, sagte Ex-Kollege Pascal Vincent dem kanadischen Sender Sportsnet. „Kein Interview, kein Instagram-Post – nur Präsenz.“
Larsens Karriere liest sich wie ein Handbuch für Eishockey-Überlebende: 2007 entdeckten Ärzte ein bösartiges Melanom auf seinem Rücken, 2010 folgte Hodenkrebs. Er kehrte zurück, arbeitete sich von AHL-Video-Coach zu NHL-Cheftrainer der Columbus Blue Jackets hoch, wurde 2023 entlassen, fand in Calgary ein neues Zuhause. Doch die Statistik holte ihn ein: Studien der American Cancer Society zeigen, dass Partner von Krebspatienten ein erhöhtes Risiko für Depression und Burn-out tragen. Larsen wählte Exit statt Therapie – und wurde zum Caregiver.

Die liga trauert in 140 zeichen
Die Flames twitterten ein schwarzes Flammen-Logo, die Blue Jackets posteten ein Foto von Hannah im Nationwide Arena-T-Shirt. Kommentare: „Stay strong, Coach.“ Die Reaktionen zeigen, wie sehr sich die NHL inzwischen als Familie inszeniert – und wie wenig sie wirklich tun kann. Die Liga bietet kein formales Programm für Partnerverlust, keine Psychologen auf Dauervertrag. „Wir bringen unsere Spieler in Schutzhelme, aber keine Coaches durch den Verlust“, sagt Dr. Lee Nadler, Sportpsychologe der Harvard Medical School. „Das ist ein Blindspot.“
Für Larsen bleibt nun ein leeres Haus in Dublin/Ohio, ein unbefristeter Vertrag in Calgary und zwei Teenager, die ihren Elternteil verloren. Die Frage ist nicht, ob er zurückkehrt – sondern wann er wieder bereit ist, Powerplay zu skizzieren, ohne dass ihm die Krebsstation im Kopf durchgeht. Die Antwort steht in einem alten Zitat von ihm, aufgezeichnet nach seinem zweiten Krebssieg: „Hockey ist Timing. Leben auch. Wenn der Puck springt, weißt du, wo du hinmuskst.“
Die NHL-Saison 2025/26 beginnt in vier Monaten. Larsens Armbanduhr steht noch auf Winterzeit.
