Bora-hansgrohe: mutige ausreißer, aber lidl-trek dominiert in foix

Die vierte Etappe der Tour de France 2026 gehörte zwar nicht zum großen Favoritenkampf um das Gesamtklassement, doch sie bot Spannung pur. Während Red Bull-Bora-hansgrohe mit zwei Fahrern in der Spitzengruppe für Überraschungen sorgte, demonstrierte Lidl-Trek einmal mehr ihre taktische Brillanz und sicherte sich letztlich den Etappensieg.

Ein plan, der aufging: denz und tratnik vorne

Vor der Etappe hatte kaum jemand erwartet, dass Red Bull-Bora-hansgrohe gleich zwei Mann in der Ausreißergruppe platzieren würde. Doch das Team hatte einen Plan, und dieser ging auf. Nico Denz, der DM-Dritte von Bad Liebenstein, war entschlossen, sich in der Gruppe des Tages zu positionieren. "Ich war einer von denen, die es versuchen sollten", erklärte er später.

Neben Denz schaffte es auch Jan Tratnik, in die Fluchtgruppe einzubrechen. Der Slowene zeigte dabei beeindruckende Form und löste sich rund 100 Kilometer vor dem Ziel sogar aus der Spitzengruppe. "Wir wollten zuerst einmal über diesen Berg kommen", so Denz gegenüber dem ZDF. "Jan hat sich dann davongeschlichen. Dadurch konnte ich mich etwas zurücklehnen und die anderen Ausreißer die Arbeit machen lassen."

Lidl-trek setzt auf kontrolle und erfahrung

Lidl-trek setzt auf kontrolle und erfahrung

Während die Ausreißer um Denz und Tratnik ihr Bestes gaben, agierte Lidl-Trek im Hintergrund mit beeindruckender Kontrolle. Mathias Vacek konnte sich kurzzeitig zum Slowenen gesellen, doch die Mannschaft um den späteren Tagessieger Mads Pedersen hielt das Tempo hoch und sorgte dafür, dass die Fluchtgruppe nicht zu weit davonziehen konnte.

Die anderen Teams, wie Movistar und EF Education-EasyPost, erhöhten bergauf den Druck, was letztlich zur Einholung der Denz-Gruppe führte. "Schade, dass er unten, direkt vor dem Anstieg, eingeholt wurde. Das war natürlich ein ungünstiger Zeitpunkt", kommentierte der dreimalige Giro-Etappensieger die Situation gegenüber der ARD.

Denz: "das ist die tour, richtig gut reicht leider nicht immer"

Denz: "das ist die tour, richtig gut reicht leider nicht immer"

Trotz seiner Bemühungen musste sich Nico Denz am Ende geschlagen geben. "Ich habe mich eigentlich gut gefühlt. Aber das ist die Tour, richtig gut reicht leider nicht immer", bilanzierte er. Auch wenn er sich in einer Verfolgergruppe wiederfand, die keine Chance gegen das starke Lidl-Trio hatte, bewies er seinen Kampfgeist.

Mads Pedersen setzte sich schließlich knapp vor seinen Teamkollegen durch und sicherte Lidl-Trek einen weiteren Etappensieg. Florian Lipowitz, Remco Evenepoel und der Rest der Mannschaft kamen zeitgleich mit den anderen Favoriten ins Ziel, wobei die Ausreißergruppe durch ihren großen Vorsprung zu Verschiebungen im Gesamtklassement führte.

Lipowitz rutschte aus den Top Ten und ist nun Elfter, während Evenepoel auf den siebten Gesamtrang zurückfiel. Angesichts des frühen Stadiums der Tour sind diese Rückschläge jedoch noch nicht entscheidend. Die Tour de France hat bewiesen, dass taktische Finesse und eine starke Mannschaftsleistung ebenso wichtig sind wie individuelle Brillanz.