Bologna schlägt roma n. a. und spaziert ins viertelfinale – istanbul ist plötzlich nah

Rom kochte, Bologna lachte. Nach 120 Minuten Inferno im Olimpico zitterte der Underdog nicht nur, er feierte – und schickte die Roma mit einem 4:3 nach Verlängerung in die Winterpause der europäischen Träume. Das Euro-Derby ging an die Rossoblù, die damit erstmals seit 1999 wieder ein europäisches Achtelfinale überstehen. Der Preis: ein Viertelfinale gegen Aston Villa, den Titel-Favoriten.

Quote 9,00 bis 13,00 – buchmacher halten bologna für aussenseiter

Die Wettanbieter sind klar: Wer auf den italienischen Außenseiter setzt, kassiert das Achtfache seines Einsatzes. Admiralbet listet Bologna bei 9,00, Snai und Bet365 bei 10,00, LeoVegas gar bei 13,00. Aston Villa dagegen steht als Rekordsieger (vier Titel) bei 2,75 ganz oben auf der Sieger-Liste – vor Porto (5,00) und Betis Sevilla (6,50).

Trainer Vincenzo Italiano kennt das europäische Finale-Gefühl. Zweimal Conference-League-Endspiel, zweimal knapp vorbei. „Wir haben einen Berg erklommen“, sagte er nach dem Schlusspfiff, „jetzt wartet der nächste.“ Die Analogie passt: Bologna muss in Birmingham erneut die Höhenluft suchen, wenn es am 16. April in Villa Park losgeht.

Cambiaghi schoss den traum – de silvestri liefert die erfahrung

Cambiaghi schoss den traum – de silvestri liefert die erfahrung

Der Held des Abends hört auf den Namen Nicolas Cambiaghi. Sein Treffer in der 113. Minute löste eine Jubel-Explosion aus, die selbst die Roma-Ultras verstummen ließ. Kapitän Lorenzo De Silvestri organisierte die defensive Moral, nachdem Roma zwischen der 85. und 90. Minute noch einmal auf 3:3 glich. Bologna blieb standhaft – und nutzte die erste Chance in der Verlängerung.

Die Statistik spricht für Mut: In den letzten beiden Jahren traf man zweimal auf Aston Villa, beide Male mit Remis. Kleinigkeit, aber im Kopf ein Vorteil. „Wir haben nichts zu verlieren“, sagte Italiano, „die Drucklast liegt auf der Insel.“

Was die zahlen nicht zeigen: der team-geist

Was die zahlen nicht zeigen: der team-geist

Bologna spielt ohne Superstar-Show, dafür mit einem Kollektiv, das sich gegenseitig über Wasser hält. Der Kaderwert liegt bei gerade einmal 180 Millionen Euro – Villas Marktwert ist mehr als doppelt so hoch. Trotzdem: Wer die letzten 20 Spiele der Serie A verfolgt hat, weiß, dass die Rossoblù seit Jahresbeginn nur zwei Niederlagen kassierten. Die Formkurve zeigt nach oben, die Psycho-Logie auch.

Der Gewinn des Europa-League-Pokals würde nicht nur historisch sein, sondern direkt die Champions-League-Gruppenphase sichern. Ein Sprung von der Provinz in die Königsklasse – das wäre der größte Triumph seit dem Scudetto von 1964.

Die Buchmacher mögen skeptisch sein. Die Realität aber lehrt: Wer in Rom nach Verlängerung gewinnt, der fürchtet sich in Birmingham nicht. 9,00 oder nicht – der Pokal ist greifbar. Und Bologna hat bereits bewiesen, dass es Berge versetzen kann.