Bodø/glimt zerlegt sporting: polarklub schreibt champions-league-märchen weiter

Die Saga geht weiter. FK Bodø/Glimt hat Sporting Lissabon am Mittwochabend mit 3:0 vom Rasen gekloppt und steht vor dem ersten Viertelfinaleiner ihrer Vereinsgeschichte. Die Portugiesen wirkten auf dem norwegischen Kunstrasen wie eingefroren – und das lag nicht nur am Polarklima.

Der Elfmeter zum 1:0 war ein Scherbenhaufen, doch die Partie war längst entschieden, beiläufiger Trost für die Gäste. Sondre Fet stolperte über eigene Beine, Schiri Ivan Kružliak zeigte dennoch auf den Punkt. Video-Assistent Bastian Dankert blieb stumm. Fet verwandelte selbst – 32. Minute, 1:0.

Tempo, pressing, kunstrasen: sporting findet kein rezept

Tempo, pressing, kunstrasen: sporting findet kein rezept

Danach rissen die Löwen dem Gegner den Ball weg, als hätten sie ihn zuvor nur geliehen. Ole Blomberg erhöhte kurz vor dem Seitenwechsel, Kasper Høgh machte den Deckel drauf. Sporting? Kam nicht einmal mehr zum Schimpfen. Jens Hauge hätte in seinem einstigen Frankfurter Leben kaum bespielbarer auftreten können – zwei Vorlagen, ein Pfosten, ein Lattentreffer, alles dabei.

Die Statistik spricht Bände: 16:3 Torschüsse, 62 % Ballbesitz, 11 km mehr Laufleistung – Bodø/Glimt lief Sporting nicht nur über den Rasen, sondern auch über die Kondition. Trainer Kjetil Knutsen wechselte erst in der 83. Minute, als ob er sagen wollte: „Reicht so.“

Die Portugiesen reisen mit einer Mission Richtung Süden: Sie müssen im eigenen Stadion ein 0:3 aufholen, gegen ein Team, das in dieser Saison bereits Inter Mailand aus dem Wettbewerb geklopft hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sporting am Dienstag die zweite historische Blamage kassiert, liegt bei 87 % – laut Opta-Modell.

Für Bodø/Glimt geht es um mehr als nur ein Viertelfinale. Der Klub aus 50.000-Einwohner-Stadt könnte die erste nordische Mannschaft seit 2019 werden, die das Halbfinale der Champions League erreicht. Die Fans sangen nach Abpfiff „Vi drar til Madrid“ – und meinten nicht den Urlaub.