Blitzstarter weidauer rettet union-punkt in leipzig

Sophie Weidauer brauchte keine 120 Sekunden, um RB Leipzig die Schockdiagnose zu verpassen. Ihr Volleyhacken-Tor nach einem Patzer von Marleen Schimmer war der perfekte Auftakt für ein Spiel, das am Ende die ganze Bandbreite der Bundesliga zeigte: Tempo, Nerven, ein 2:2 – und Union Berlin mit bereits elf Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang.

Der erste blitz: weidauers hacken-zauber

Union presste früh, Union war hungrig. Schimmer wollte zurückpassen, Weidauer spritzte dazwischen, nahm den Ball direkt, setzte ihn mit dem Spann in den Winkel. Elvira Herzog war noch in der Bewegung, als das Leder bereits zappelte. Die gut 500 mitgereisten Berliner explodierten. Leipzig wirkte kurz wie vom Donner gerührt.

Doch die Gastgeber schüttelten sich schnell. Lisa Baum erkannte die Lücke zwischen Innenverteidigung und Außenbahn, zog nach innen und schlenzte den Ball mit Effet ins lange Eck. Marleen Bösl war ohne Chance – 1:1, 18. Minute. Von nun an diktierte Leipzig das Tempo, ließ den Ball laufen, spielte Union an die Wand. Kurz vor der Pause dann der nächste Schock: Schimmer selbst, zuvor noch Patin des Berliner Führungstors, ließ aus 18 Metern einen Strammer fallen. Wieder keine Chance für Bösl.

Zweiter blitz: steuerwalds kopfball-sprint

Zweiter blitz: steuerwalds kopfball-sprint

Die Kabine hatte Union-Trainerin Aileen Campbell offenbar aufgerüttelt. Sekunden nach Wiederanpfiff flog die Ecke, Samantha Steuerwald stieg höher als alle Leipzigerinnen – 2:2. Berlin hatte wieder Oberwasser, doch diesmal blieb die Intensität nur kurz. RB drehte auf, Eileen Campbell – frisch eingewechselt und namensgleich mit der Trainerin – jagte jeden Ball, doch die große Chance blieb aus.

Die Zahlen? Union bleibt Tabellenzehnter, aber mit 15 Punkten Vorsprung auf Platz 11. Leipzig steht einen Rang besser, hat aber nur zwei Punkte mehr. Die Saison ist lang, der Abstand komfortabel – und Weidauer hat gezeigt, dass man mit zwei Blitzstarts auch in der Fremde punkten kann.