Bichsel: trotz wm-aus fehlender schweizer stolz?
Die Eishockey-Szene in der Schweiz ist gespalten. Während das Land sich auf die Heim-Weltmeisterschaft 2026 in Zürich und Fribourg freut, schweigt eines der grössten Talente – zumindest wenn es um das Nationalteam geht. Lian Bichsel, der beeindruckende 2,01 Meter grosse Verteidiger der Dallas Stars, hat seine Teilnahme an der U20-Auswahl abgesagt und steht weiterhin im Clinch mit Nationaltrainer Patrick Fischer.

Bichsels herz schlägt weiterhin für die schweiz
Doch in einem Interview mit SRF Sport hat der Solothurner überraschend deutlich gemacht, dass sein patriotischer Stolz ungebrochen ist. „Ich bin schon immer ein stolzer Schweizer gewesen. Auf jeden Fall würde ich gerne wieder für die Nationalmannschaft spielen“, betonte Bichsel. Eine Aussage, die angesichts der aktuellen Situation und der bevorstehenden Heim-WM eine gewisse Ironie birgt.
Der 21-Jährige scheint die Möglichkeit, bei der WM nur Zuschauer zu sein, vorerst nicht sonderlich zu kümmern. „Im Moment interessiert mich das gar nicht“, so Bichsel. Sein Fokus liegt unzweifelhaft auf Nordamerika, wo er sich bei den Dallas Stars einen festen Platz im dritten Verteidigerpaar verdient hat. Seine Rolle ist klar definiert: Physis ins Spiel bringen, das Spiel stören und defensiv stabil stehen. Eine Aufgabe, die er mit Leidenschaft erfüllt.
Die hartnäckige Knöchelverletzung, die Bichsel drei Monate außer Gefecht setzte, scheint vergessen. Er kehrt genau im richtigen Moment zurück, wenn die Dallas Stars in die „härteste Zeit des Jahres“ eintreten – die Playoffs um den Stanley Cup. „Der Cup ist der am schwierigsten zu gewinnende Titel“, erklärt der junge Verteidiger. Diese Ambition überlagert aktuell alles andere, inklusive der möglichen Rückkehr ins Schweizer Nationalteam.
Obwohl Patrick Fischer und der Spielerrat der Nati die Tür für Bichsel bis 2026 geschlossen haben, zeigt sich der Verteidiger optimistisch. Er will sich durch Top-Leistungen in der NHL aufdrängen, eine Strategie, die durchaus aufgehen könnte. Denn eines ist klar: Lian Bichsel hat den Ehrgeiz, sich zu beweisen und will mit den Dallas Stars um den Stanley Cup kämpfen. Doch er hat auch nicht vergessen, wo seine Wurzeln liegen.
Seine Botschaft ist eindeutig: Texas hat momentan Priorität, doch der Stolz, das Schweizer Kreuz auf der Brust zu tragen, ist ungebrochen – solange man ihn wieder lässt. Die Frage, die sich nun stellt, ist: Wann und wie wird der Schweizer Eishockey-Verband die starre Haltung aufgeben und eines der größten Talente wieder in den Kreis der Nationalmannschaft einladen?
