Bichsel auf playoff-kurs: offensiv-wandel und texas-traum!

Lian Bichsel, der junge Schweizer Verteidiger bei den Dallas Stars, steht kurz vor dem großen Playoff-Start. Nach einer Saison voller Höhen und Tiefen scheint er den Turbo einzulegen – und spricht im Exklusiv-Interview über seine überraschende Entwicklung, das Leben im sonnigen Texas und die komplizierte Situation rund um Nationaltrainer Patrick Fischer.

Von abräumer zum offensiv-akteur: bichsels neudefinition

Die vergangene Saison war für Bichsel selbst eine „Achterbahnfahrt“, doch der Solothurner hat sich bemerkenswert zurückgekämpft, nachdem ihn eine Fußfraktur kurzzeitig aus dem Spiel genommen hatte. Was einst als reine Defensivrolle begann, hat sich nun zu einer vielseitigeren Aufgabe entwickelt. Der 21-Jährige, der inzwischen fest zum Kader der Stars gehört, sorgt nicht nur hinten für Stabilität, sondern auch immer öfter für gefährliche Aktionen vor dem Tor.

Sein erster Doppelpack in der NHL war dabei mehr als nur ein Zufallsprodukt – es war der Beweis eines bewussten Wandels. „Ich will kein reiner Defensiv-Verteidiger sein“, erklärt Bichsel. Er hat hart an seinem Schuss gearbeitet, seine Technik verbessert und versucht, sich öfter ins offensive Spiel einzubringen. Das Ergebnis: Bichsel agiert zunehmend als „fourth man“ im Rush und trägt so zur Flexibilität der Stars bei.

Der stanley-cup-durst in texas: keine unfairen erwartungen

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Trotz seiner individuellen Erfolge bleibt Bichsel geerdet und fokussiert sich auf das Teamziel. Die Dallas Stars scheiterten in den letzten drei Jahren am Conference Final, und der Hunger nach dem Stanley Cup ist in Texas riesig. Doch Bichsel warnt vor übertriebenem Druck: „Es ist nicht fair, Druck aufzubauen, dass wir den Titel gewinnen müssen. Sieben andere Mannschaften würden dasselbe sagen. Die Liga ist so breit geworden.“ Sie wollen in die Playoffs gehen, um zu gewinnen – wie jedes Jahr. Die Stars haben eine starke Mannschaft und gute Stärken, die ihnen eine realistische Chance einräumen.

Leben im lone star state: t-shirts und kulinarische genüsse

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Abseits des Eises hat sich Bichsel im US-Bundesstaat Texas bestens eingelebt. Das Leben in Dallas bietet ihm eine willkommene Abwechslung zum anstrengenden Profialltag. „Ich genieße es sehr“, sagt er. „Das Wetter ist fast immer gut und warm. Man kann seine Freizeit draußen verbringen, spazieren gehen, auch mal im T-Shirt. Die Leute sind sehr freundlich. Es gibt tolle Restaurants und Bars, eigentlich alles, was man braucht.“ Bichsel residiert in einer Wohnung im pulsierenden Viertel Uptown.

Die schattenseiten: patrick fischer und die nationalmannschaft

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Während es sportlich in Nordamerika blendet, bleibt das Verhältnis zur Schweizer Nationalmannschaft belastet. Bichsel ist bis zur Heim-WM 2026 gesperrt, was ihm sehr zu Herzen geht. Die Enthüllung, dass Nationaltrainer Patrick Fischer ein Corona-Zertifikat gefälscht haben soll, wirft nun zusätzlichen Schatten auf die Situation – obwohl Bichsel keinen direkten Vergleich zu seiner persönlichen Lage ziehen möchte. „Ich kann es nicht nachvollziehen, so etwas zu fälschen“, betont er. „Wenn du es nicht machen willst, bleibst du zu Hause. Das war seine persönliche Entscheidung.“ Bichsel macht deutlich, dass er nach Ablauf seiner Sperre im Jahr 2026 wieder für die Schweiz auflaufen wird. Bis dahin liegt sein Fokus ganz auf dem Stanley-Cup-Traum.

„Es ist nicht schwierig, sich zu motivieren, wenn man nur schon den Namen ‚Stanley Cup Playoffs‘ hört“, sagt Bichsel mit leuchtenden Augen. Jeder Pass, jeder Schuss wird größer sein. In den Playoffs ist das Eis kleiner, es gibt mehr Kontakt. Es ist essen, schlafen, spielen, erholen – über sechs bis acht Wochen. Die Stars und Bichsel sind bereit für die Herausforderung.