Biathlon-schock: mazet kehrt nach frankreich zurück – ist röschs vergleich mit guardiola berechtigt?
Eine Überraschung schallt durch die Biathlon-Szene: Siegfried Mazet, der langjährige Erfolgstrainer der norwegischen Männer, verabschiedet sich und kehrt in seine französische Heimat zurück. Ein Abgang, der Fragen aufwirft und die Verantwortlichen in Norwegen vor eine Herausforderung stellt. War sein Wirken in Skandinavien tatsächlich so prägend, wie Experten behaupten?
Der „guardiola des biathlons“ verlässt norwegen
Experte Michael Rösch brachte es auf den Punkt: Mazet sei „so etwas wie der Pep Guardiola im Biathlon – optisch, aber auch von seinem Auftreten her“. Dieser Vergleich ist nicht nur schmeichelhaft, sondern unterstreicht die außergewöhnliche Art und Weise, wie der 48-Jährige seine Athleten betreut. Seine Fähigkeit, durch Gesten und Mimik zu kommunizieren, sei beeindruckend, so Rösch. Dass er die Sportler „lesen“ kann, wie er es bei Johannes Thingnes Bö demonstrierte, ist legendär – auch wenn der Versuch, Bö „etwas zu schleifen“, zunächst scheiterte und zu einer Phase der Funkstille führte. Das Vertrauensverhältnis, das sich daraus entwickelte, zeugt von Mazets Intuition und Menschenkenntnis.
Schon während seiner Zeit als Schießtrainer der französischen Nationalmannschaft (2008-2016) bewies Mazet sein Talent. Unter seiner Leitung dominierte Martin Fourcade die Weltcup-Szene und gewann siebenmal in Folge den Gesamtweltcup. Auch in Norwegen sorgte Mazet für eine beeindruckende Entwicklung, in der Johannes Thingnes Bö schließlich die Nachfolge von Fourcade antrat und fünfmal den Gesamtweltcup für sich beanspruchte. Die Erfolge sprechen für sich, und der Verlust für Norwegen ist enorm.

Neuanfang in frankreich – fokus auf die damen?
Wo Mazet in Frankreich landen wird, ist noch unklar. Er selbst äußerte sich lediglich, dass man sich „grundsätzlich einig“ sei. Simon Fourcade, der Männer-Cheftrainer, will sein Engagement fortsetzen, und Quentin Fillon Maillet, der Gesamtweltcupsieger von 2021/22, zeigte sich bereits begeistert von dem Transfer. Allerdings vermutet Rösch, dass Mazet vor allem bei den Damen eingesetzt werden könnte – eine neue Herausforderung für den französischen Trainer, angesichts der aktuellen „Baustellen“ im französischen Frauen-Team, insbesondere im Hinblick auf die jüngsten Vorfälle.
Die Frage ist, ob Mazet in der Lage sein wird, auch dieses Team zu Höchstleistungen zu führen. Lou Jeanmonnot, die aktuelle Gesamtweltcup-Siegerin, könnte zu seinen neuen Athletinnen zählen. Eine spannende Entwicklung, die die Biathlon-Welt mit Spannung verfolgt. Der Biathlonsport steht vor einem Umbruch, und Mazets Rückkehr nach Frankreich könnte ein entscheidender Faktor werden.
Denn eines ist klar: Die Expertise eines Trainers, der nicht nur fachlich, sondern auch menschlich die richtigen Impulse geben kann, ist unbezahlbar.
