Biathlon-kritik nach olympia: trainieren deutsche athleten wirklich noch im jahr 2012?
- Olympia-enttäuschung: deutsche biathleten unter beschuss
- Loïs habert: „deutschland trainiert wie 2012“
- Vergleich mit dem radsport: stillstand im biathlon?
- Frankreichs erfolg: moderne trainingsmethoden als schlüssel
- Die ergebnisse sprechen für sich: dominanz frankreichs
- Dsv reagiert: anpassungen für den nächsten zyklus
- Weitere nachrichten von olympia
Olympia-enttäuschung: deutsche biathleten unter beschuss
Die deutsche Biathlon-Mannschaft kehrte von den Olympischen Spielen in Mailand Cortina 2026 mit nur einer Bronzemedaille im Mixed-Staffel nach Hause. Eine magere Ausbeute, die beim Deutschen Skiverband (DSV) für Unzufriedenheit sorgt. Sportdirektor Felix Bitterling räumte ein: „Eine Medaille ist nicht unser Anspruch.“ Doch nun kommt brisante Kritik von außen.

Loïs habert: „deutschland trainiert wie 2012“
Der ehemalige Weltcup-Biathlet und heutige Eurosport-Experte Loïs Habert lässt kein gutes Haar am Trainingsansatz der deutschen Mannschaft. „Ich habe ein Hotel im Vercors und hatten kürzlich die Deutschen und Italiener zu Gast. Ich hatte den Eindruck, dass sie genauso trainieren wie ich 2012“, so Habert. Diese Aussage wirft ein Schlaglicht auf mögliche veraltete Trainingsmethoden.

Vergleich mit dem radsport: stillstand im biathlon?
Habert sieht Parallelen zum Radsport, wo es eine klare Trennung zwischen den Top-Teams und dem Rest des Feldes gibt. „Es gibt diejenigen, die in allem an der Spitze stehen. Andere trainieren wie 2012, indem sie stundenlang trainieren und Krafttraining machen“, kritisiert er. Er fragt sich, ob sich im Biathlon bereits ähnliche Entwicklungen abzeichnen.
Frankreichs erfolg: moderne trainingsmethoden als schlüssel
Die französische Mannschaft hingegen zeigte bei Olympia eine beeindruckende Leistung mit insgesamt 13 Medaillen, davon sechs Gold. Habert führt diesen Erfolg auf eine moderne Trainingsphilosophie zurück. „Wir sind extrem gut in der körperlichen Vorbereitung, in allen Trainingsmethoden und in Bezug auf die Entwicklungen“, erklärt er. Besonders die präzise Kalibrierung des Trainings durch die Auswertung von Blutwerten und Sauerstoffsättigung habe den Athleten weitergebracht.
Die ergebnisse sprechen für sich: dominanz frankreichs
Die Ergebnisse von Antholz bestätigen Haberts Beobachtungen. Frankreich dominierte das Biathlon-Rennen und war mit Abstand die erfolgreichste Nation. Erstaunlich dabei: Abgesehen von Frankreich und einigen norwegischen Athleten waren viele Biathleten bei diesen Olympischen Spielen nicht in Topform. „Teams, die im vorigen Jahrhundert, im vorigen Jahrzehnt stehen geblieben sind“, so Habert.
Dsv reagiert: anpassungen für den nächsten zyklus
Die Kritik von Habert schmerzt, doch auch beim DSV sind die Alarmglocken geläutet. Sportdirektor Bitterling kündigte an: „Wir müssen alles für den nächsten Zyklus entsprechend angepasst aufgleisen.“ Bis zu den Winterspielen 2030 in Frankreich hat Deutschland Zeit, den Rückstand aufzuholen. Laut Haberts Rechnung sind es sogar 18 Jahre, die es aufzuholen gilt.
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