Biathlon-drama in norwegen: uldal fühlt sich nach olympia-aus 'betrogen'
- Olympia-aus für martin uldal: bittere enttäuschung und scharfe kritik
- Uldals vorwurf: „ich fühle mich verschaukelt“
- Die nominierungsentscheidung: lägreid trotz schwacher form dabei
- Botnan begründet lägreids nominierung mit dem einzel-ergebnis
- Uldal kontert: „die gespräche haben etwas anderes vermittelt“
- Trainer verteidigt die entscheidung und kündigt gespräch an
- Expertenmeinungen: verständnis für beide seiten
Olympia-aus für martin uldal: bittere enttäuschung und scharfe kritik
Martin Uldal, ein starker Biathlet aus Norwegen, ist für den Sprint und die Verfolgung bei den Olympischen Spielen nicht nominiert worden. Der Sportler zeigt sich öffentlich verständnislos und wirft den Verantwortlichen sogar „Betrug“ vor. Die Entscheidung hat für mächtig Aufruhr im norwegischen Biathlonteam gesorgt, nachdem bereits das private TV-Geständnis von Sturla Holm Lägreid für Irritationen gesorgt hatte.

Uldals vorwurf: „ich fühle mich verschaukelt“
„Ich denke, das ist einfach nicht in Ordnung. Ich fühle mich ziemlich unfair behandelt und finde, dass das auf eine ziemlich schlechte Art und Weise gemacht wird“, wird Uldal vom norwegischen Boulevard-Medium Verdens Gang zitiert. Er habe das Gefühl, einen Startplatz im Sprintteam verdient zu haben. Die Nicht-Nominierung fühlt sich für ihn wie ein klarer Verrat an.
Die nominierungsentscheidung: lägreid trotz schwacher form dabei
Die norwegischen Verantwortlichen entschieden sich für Johan-Olav Botn, Johannes Dale-Skjevdal, Vetle Sjastad Christiansen und eben Sturla Holm Lägreid. Besonders brisant: Lägreid, der Gesamtweltcupsieger, galt als Wackelkandidat, da er in dieser Saison noch kein Podest erreicht hatte. Im Gegensatz dazu konnte Uldal in dieser Saison bereits drei Podestplätze in Einzeldisziplinen erzielen.
Botnan begründet lägreids nominierung mit dem einzel-ergebnis
Nationaltrainer Per-Arne Botnan erklärte gegenüber dem norwegischen Sender NRK, dass Lägreids dritter Platz im Einzel ausschlaggebend für seine Nominierung gewesen sei. „Wir haben eine klare Botschaft gesendet, dass Sturla, wenn er Kandidat sein will, das Podium erreichen muss. Das hat er geschafft“, so Botnan. Die Wahl sei letztendlich zwischen Lägreid und Uldal gefallen – zugunsten des Medaillengewinners.
Uldal kontert: „die gespräche haben etwas anderes vermittelt“
Uldal kann die Begründung nicht nachvollziehen. „Die Gespräche und Botschaften, die es vor den Olympischen Spielen gegeben hatte, haben mir den Eindruck vermittelt, dass ich, wenn es so laufen würde wie jetzt, dabei sein würde“, äußert er sich enttäuscht gegenüber NRK. Die Nicht-Nominierung sei aus seiner Sicht „ärgerlich und verrückt“. Er kritisiert die starke Gewichtung eines einzigen Rennens.
Trainer verteidigt die entscheidung und kündigt gespräch an
Trainer Botnan wies die Kritik zurück und verstehe die Enttäuschung von Uldal, betonte aber, dass es sich nicht um Ungerechtigkeit handele. Auch den Vorwurf falscher Kommunikation könne er nicht bestätigen. Er kündigte ein persönliches Gespräch mit Uldal an.
Expertenmeinungen: verständnis für beide seiten
Auch namhafte norwegische Biathlon-Experten nahmen Stellung. Marte Olsbu Roiseland zeigte Verständnis für die Nominierung von Lägreid: „Es ist schwer, jemanden abzulehnen, der bereits Medaillen bei den Olympischen Spielen gewonnen hat.“ Gleichzeitig verstehe sie die Enttäuschung von Uldal, der in dieser Saison ebenfalls starke Leistungen gezeigt hatte. Tiril Eckhoff betonte die schwierige Entscheidungssituation: „Ich habe Mitleid mit ihm. Einer musste den schwarzen Peter bekommen und jetzt war es eben Martin. Sport ist brutal.“
