Bfc dynamo entkommt dem chaos und landet im landespokal-finale
6:3 nach Verlängerung, drei Platzverweise, bengalische Feuer, eine Spielunterbrechung von elf Minuten – das Halbfinale des Berliner Landespokals zwischen dem BFC Dynamo und Sparta Lichtenberg war kein Fußballspiel, sondern ein Kraftakt. Die Mannschaft von Sven Körner hat sich durchgebissen und steht am 23. Mai im Mommsenstadion gegen die VSG Altglienicke.
Der bfc wankt, aber fällt nicht
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der Regionalligist brauchte 120 Minuten, um den Oberligisten zu bezwingen. Levin Mattmüller brachte den Favoriten früh in Führung, doch Lichtenberg drehte die Partie durch Treffer von Dominic Schmüser und Berkin Tonk. Lloyd-Addo Kuffour glich in der 89. Minute aus – ein Schock für die Hausherren, die 2023 noch mit 5:1 im Halbfinale gewannen.
In der Verlängerung schien Sparta erneut die Nase vorn zu haben, als Marko Trojanovic in der 95. Minute traf. Doch dann ging der BFC in die Offensive. Leander Fritzsch erzielte einen Hattrick innerhalb von 27 Minuten, Rufat Dadashov erhöhte auf 5:3. Das 6:3 besiegelte Fritzsch in der 128. Minute – ein Tor, das die Anhänger erneut auf die Barrieren springen ließ.

Pyrotechnik und rote karten überschatten den sieg
Die Eskalation war vorprogrammiert. Nach dem 5:3 zogen BFC-Fans vor dem Stadion bengalische Feuer. Polizisten rückten an, es kam zu Handgreiflichkeiten. Drinnen warf jemand Pyrotechnik auf das Feld. Schiedsrichter Julius Hanft stoppte das Spiel für elf Minuten. Sparta-Kapitän Ömer Toktumur sah Rot nach einer Rudelbildung – ein Abgang, der die Gastgeber entkräftete.
Die Bilder werden das Finale überschatten. Der Berliner Fußball-Verband muss nun entscheiden, ob und wie er gegen beide Klubs vorgeht. Der BFC steht als Sieger fest, aber der Preis ist hoch.

Das finale wird zur zitterpartie
Die VSG Altglienicke wartet. Der Regionalligist schaltete Hertha Zehlendorf mit 4:0 aus und ist ausgeruht. Der BFC hingegen trägt nicht nur 120 Minuten in den Knochen, sondern auch den Imageschaden. Die Frage ist nicht mehr, ob sie den Pokal holen können, sondern ob sie das Finale ohne weitere Eskalation überstehen.
Die Zahlen: 6 Tore, 3 Platzverweise, 1.050 Zuschauer, 11 Minuten Unterbrechung. Die Botschaft: Der BFC ist im Finale, aber das Spiel von gestag wird ihn länger begleiten als der Pokal.
