Bezzecchi schlägt zurück, martin warnt: die motogp-meisterschaft kocht

Marco Bezzecchi hat in Austin die erste Aprilia-Doppelsieg-Saison eingeläutet – und Jorge Martin sofort wieder auf Tauch gestellt. Der Spanier fuhr auf Platz zwei, liegt nur fünf Punkte hinter Francesco Bagnaia und schickt vor Jerez eine Kampfansage: „Ich bin der einzige, der Pecco unter Druck halten kann.“

Martin liefert das große duell, acosta blitzt auf

Der Pramac-Pilot verwandelte Startplatz vier in 20 wichtige Zähler. Die Stunde war sogar kurz zur Führung bereit, doch Bezzecchi nutzte die bessere Reifenabstimmung und zog auf der Back-Straight weg. Dahinter zeigte Pedro Acosta erneut, warum KTM ihn schon 2025 in die Werksmannschaft befördert: Der Rookie riss sich vom zwölften Startplatz auf Rang drei, vorbei an erfahrenen Namen wie Di Giannantonio und einem angeschlagenen Marc Marquez.

Letzterer quälte sich mit Handgelenkschmerzen durchs Wochenende. Die Honda RC213V lag mit 0,9 Sekunden Rückstand pro Runde im Schnitt hinten – zu viel, um mit den Aprilia- und Ducati-Powerplay mitzuhalten. Teamkollege Joan Mir wurde Zwölfter und bestätigte die Krise: „Wir verlieren schon in der mittleren Viertelrunde drei Zehntel, das frisst Reifen und Nerven gleichermaßen.“

Bastianini und ogura: licht und schatten in einem rennen

Bastianini und ogura: licht und schatten in einem rennen

Enea Bastianini fuhr souverän auf Rang fünf und festigte seine neue Rolle als Bagnaia’s Leibwächter. Er ließ Marquez hinter sich, hielt Acosta auf Distanz und sammelte wichtige Daten für Ducati-Technikchef Davide Tardozzi. Gänzlich anders lief es für Ai Ogura: Der Japaner stürzte in Runde sieben, als er gerade den Anschluss an die Punkteplätze fand. Sein Bike rutschte in den Kies, die Reifen rissen – und mit ihnen der Traum vom ersten Top-Ten-Resultat in der MotoGP-Klasse.

Bezzecchi hingegen kann nach 17 Runden Vollgas schon wieder lächeln. Der Sieg war seine Antwort auf die Kritik nach dem Sturz in Portimão. „Die Aprilia-Entwicklung ist kein Zufall“, sagt er mit Blick auf die neue Schwinge und das veränderte Motor-Mapping. „Wir haben endlich die Drehfreudigkeit, die uns in der letzten Saison gefehlt hat.“

Die Tabelle nach drei Saisonläufen: Bagnaia 66 Punkte, Martin 61, Bezzecchi 58. Drei Fahrer, zwei Marken, ein Vorsprung von gerade einmal acht Zählern – das ist die engste Triple-Konstellation seit 2015. In zwei Wochen rollt das Feld in Jerez auf den 4,4 Kilometer langen Asphalt, wo die Temperaturen noch höher und die Reifen noch weicher werden. Wer dort die Heckflossen der Gegner nicht im Visier hat, fliegt raus aus der Titelspur. Die MotoGP ist zurück auf Krawallniveau – und das schon vor der Europasaison.