Bezzecchi schlägt zurück, márquez zerbricht – motogp-thailand liefert ersten kurswechsel
Der Mythos zittert. Marco Bezzecchi schob in Buriram die Aprilia-RSU durch die 1,1-km-Startgerade, bremste 70 m später auf 65 km/h herunter und zeigte Pedro Acosta sowie Raúl Fernández die Zunge – drei Sekunden Vorsprung, keine Gnade. Der Italiener riss sich nach Sturz und Strafe den ersten Saisonsieg, während Titelverteidiger Marc Márquez nach Schulter-OP und Hinterrad-Schaden die Box anpeilte. Die MotoGP liefert nach 22 Runden schon die erste Weichenstellung.
Bezzecchi repariert sein image binnen 24 stunden
Samstag lagen noch Asphaltpartikel in seinem Helm, Sonntag schraubte er am Aprilia-Lenker wie ein Uhrmacher. Der 25-Jährige setzte in Runde acht den Rekord: 1:29,899 min – schnellste Rennrunde aller Zeiten in Buriram. „Ich habe die Reifen eiskalt gehalten, dann zugeschlagen“, sagte er im Parc fermé. Die Ducati-Flotte schaute verdutzt: Zweiter Sprint, null Punkte – aber Hauptrennen, volle 25. Die Lücke zu Acosta beträgt nur fünf Punkte, doch die Psyche zählt.
Acosta, 20, fuhr wie entfesselt. Der KTM-Youngster sparte 0,3 l Treibstoff pro Runde, konterte Bezzecchis Tempo mit spätem Bremspunkt in Kurve drei. Raúl Fernández komplettierte das spanische Podium – Aprilia erstmals mit Doppelpodium seit Valencia 2022. Ducati-Sportdirektor Ciabatti ruderte zurück: „Wir haben das Setup vermasselt, nicht die Piloten.“

Márquez-brüder fliegen aus der arena
Marc Márquez startete von Position zwei, lag vier Runden vor Schluss auf Rang vier – dann riss der hintere Michelin nach Kontakt mit Enea Bastianinis Heck auf. Der achtmalige Weltmeister schleppte die Desmosedici in die Garage, warf die Handschuhe auf den Tisch. „Das Hinterrad war hin, die Schulter auch“, sagte er mit schiefem Grinsen. Bruder Álex folgte zwei Minuten später – Aus wegen Technik. Die Reha nach der Schulter-OP wirft Fragen auf: Wer holt die Fitness bis Le Mans?
Die Statistik nagt: Erstmals seit Austin 2017 blieb Márquez am Saisonauftakt ohne Punkte. Ducati-Teammanager Davide Tardozzi kalkuliert: „Wir haben 21 Rennen, aber die Konkurrenz schläft nicht.“ Bisher führte nur der, der in Buriram gewann, auch die WM an – ein Omen, das Márquez nicht hören will.

Deutsches kapitel bleibt leer – kalender verengt den markt
Kein deutscher Fahrer im Grid – das ist kein Nebenschauplatz mehr. Jonas Folger hatte sich nach seiner Covid-Pause zurückgezogen, Stefan Bradl testet nur noch für Honda. Der Sachsenring wartet am 12. Juli auf Zuschauer, doch die Nationalflagge fehlt auf der Startliste. Dorna-Chef Ezpeleta drängt auf junge Talente: „Wir brauchen den nächsten Kaiser.“
Die nächste Station ist Katar in zwei Wochen. Die Ingenieure schicken neue Carbon-Verkleidung, die Fahrer neue Nerven. Bezzecchi fliegt mit Rückenwind, Márquez mit offener Rechnung. Die MotoGP-Saison ist eine Woche alt – und schon auf dem Vulkan.
