Bezzecchi fliegt in assen ab, martín schlägt zu – aprilia-drama mit happy end
Assen – Sekundenbruchteile nach dem Start donnerteMarco Bezzecchi bei 270 km/h in das Kiesbett von Kurve 15, rollte wie eine Puppe, blieb aber wach. Der Horrorbilder des Sturzes liefen im Loop, während seine Aprilia ohne Fahrer ins Gras raste. Fahrer winkt – das war das erste gute Zeichen.
Das rennen kippt – und dreht sich neu
Bezzecchi, vor dem Wochenende noch WM-Führender, hatte in der zweiten Runde das Vorderrad verloren. Die Live-Uhr zeigte 186 Punkte, dann nur noch eine Leinwand mit gelbem Kreuz. Rettungskräfte eilten herbei, der Italiener saß auf dem Streifen hinter der Bande, Hände auf die Helmpolster gepresst. Keine großen Gesten – nur stoisches Warten auf den Krankenwagen.
Parallel jagte Jorge Martín mit kalter Miene über die Kuppe. Der Spanier holte sich souverän den dritten Platz, schob seine Nummer-1-Tafel in die Ecke und schraubte das Klassement um. 193 Punkte – sieben mehr als sein gestürzter Teamkollege, der nun im Medical Car verschwand.

Aprilia schreibt geschichte – ein japaner bricht 22 jahre alte fluch
Der Große Preis der Niederlande wurde trotzdem zur Aprilia-Show. Ai Ogura preschte an die Spitze, ließ Raúl Fernández hinter sich und lachte sich den ersten MotoGP-Sieg seiner Karriere. 25 Jahre alt, auf der Cathedral of Speed, und plötzlich der erste Japaner seit Makoto Tamada 2004 auf dem obersten Podest. Die Flaggen im Fahrerlager flatterten wie Konfetti.
Fernández hatte tags zuvor den Sprint gewonnen, heute schaute er nur auf das Heck seines Teamkollegen. Zweimal Aprilia vorne – das hatte selbst die Ingenieure im Boxengassenbüro umarmen sehen.
Márquez bleibt dran – und deutschland lockt
Weltmeister Marc Márquez fuhr auf Platz sieben und kassierte 153 Punkte. Geht noch was? Der Sachsenring in zwei Wochen wird es zeigen. Die Maschinen sind gepackt, Bezzecchis Rückstand auf dem Konto. Die Saison bleibt offen, die Nerven liegen blank – und Assen hat wieder einmal bewiesen, warum es Tempel und Schrecken zugleich ist.
