Betis träumt von istanbul: historisches viertelfinale in braga!

Real Sociedad mag zittern, Sevilla feiert: Der Betis grüßt aus Portugal und mischt in der Europa League um die europäischen Titelträume. Nach dem historischen Einzug ins Conference-League-Finale im Vorjahr steht der Andalusier nun vor dem ersten Viertelfinaleinzug in der Europa League seit Jahrzehnten – ein Beweis für die kontinuierliche Entwicklung unter Manuel Pellegrini.

Ein weg voller überraschungen

Ein weg voller überraschungen

Der Weg dorthin war alles andere als selbstverständlich. Aus sporadischen Auftritten in europäischen Wettbewerben ist unter dem „Ingeniero“ eine konstante Präsenz geworden. Pellegrini hat dem Betis eine taktische Flexibilität und eine beeindruckende kämpferische Mentalität eingepflanzt. Das letzte Jahr krönte der historische Einzug ins Finale der Conference League, und nun wird es ernst in der Europa League.

Die jüngste Leistung in der Liga, bei der der Betis unter die Top-Teams kam, zeugt von der Qualität des Kaders. Der Sieg gegen Panathinaikos in den Achtelfinals, inklusive einer bemerkenswerten Aufholjagd, unterstreicht die Widerstandsfähigkeit der Mannschaft. Doch nun gilt es, in Portugal zu bestehen, wo der erste Teil des Duells gegen Braga auf dem Programm steht – ein Spiel, das aus logistischen Gründen bereits am heutigen Abend stattfindet.

Nahe 2.000 betis treue Fans haben die Reise aufgenommen und fiebern dem Duell entgegen. Ein besonderer Gast in der Menge ist Isco Alarcón, der trotz seiner noch nicht vollkommen ausgeheilten Verletzung seine Mannschaft unterstützen wird. Das Estadio Municipal de Braga, 2003 erbaut und vier Jahre später Austragungsort der EM in Portugal, ist ein architektonisches Meisterwerk, für das sein Schöpfer, Eduardo Souto de Moura, den Pritzker-Preis erhielt.

Die Erinnerungen an frühere portugiesische Erfolge, insbesondere zwei Siege gegen Vitória Guimarães, geben dem Betis Selbstvertrauen. Allerdings müssen die Andalusier auf einige Stammkräfte verzichten: Isco (Verletzung), Lo Celso (nicht gemeldet), Ortiz und Junior (Verletzungen) sowie Bakambu, der nach Feierlichkeiten im Kongo erst wieder in Sevilla eintraf und nun internen Disziplinarmaßnahmen unterzogen wird.

Pellegrini wird personelle Veränderungen im Vergleich zum letzten Ligaspiel gegen Espanyol vornehmen. Spieler wie Marc Roca, Natan, Ricardo Rodríguez und Abde könnten den Anfangskader verstärken. Trotz einer schwierigen Phase in der Liga, in der sechs Spiele in Folge ohne Sieg blieben, blickt der Betis optimistisch nach Europa und träumt von einem weiteren Titelgewinn. Dafür ist zunächst ein positives Ergebnis in Braga erforderlich, bevor die Entscheidung nächste Woche in Sevilla fällt.

Auch beim Gegner aus Braga sind spanische Einflüsse allgegenwärtig – vom Trainer bis hin zu mehreren Spielern. Besonders zu vermissen wird der seinerzeitige Top-Torjäger, der hispano-uruguayische Rodrigo Zalazar fehlen, der in Albacete geboren wurde und dessen Vater, José Luis Zalazar, in den 90er Jahren im „Queso Mecánico“ von Albacete Balompié spielte. Seine Verletzung schränkt die Offensivkraft des Teams ein.

Die kommenden Tage werden entscheidend sein, aber der Betis hat bewiesen, dass er auch unter Druck außergewöhnliches leisten kann. Die Fortschritte sind unverkennbar und Pellegrinis Werk ist dem Erfolg verpflichtet. Nur wer jetzt die Chance ergreift, kann sich den Traum vom Finaleinzug erfüllen.