Betis tanzt auf dem vulkan: pellegrini vor ungewisser zukunft
Sevilla – Der Real Betis Balompié steht vor einer Zerreißprobe. Während die Mannschaft sich von ihrem Urlaub erholt, zeichnet sich ab, dass Trainer Manuel Pellegrini die kommende Saison ohne festgeschlossenen Vertrag antreten könnte. Eine riskante Strategie, die dem Verein bereits in der vergangenen Saison angewendet wurde und scheinbar zum Erfolg führte – doch diesmal könnte der Poker um die Zukunft des „Ingenieros“ eine unerwartete Wendung nehmen.

Die erfolgsrechnung des vergangenen jahres
Die Entscheidung, Pellegrini auch ohne eine vorzeitige Verlängerung arbeiten zu lassen, erwies sich im letzten Jahr als glücklicher Schachzug. Der Verein erreichte ein historisches Kapitel, als er in der UEFA Europa League bis ins Halbfinale vorstieß, scheiterte zwar am Braga, doch der Triumph in der Copa del Rey gegen einen der Finalisten und der vierte Platz in der Liga, der die Qualifikation für die Champions League sicherte, waren bemerkenswerte Erfolge. Die Verlängerung erfolgte erst spät, kurz vor dem Derbysturz im Estadio Santiago Bernabéu, und verlieh dem Team einen zusätzlichen Schub.
Doch die Lage ist anders. Im November stehen in Chile Neuwahlen zur Präsidentschaft der Asociación Nacional de Fútbol Profesional (ANFP) an. Ein entscheidender Zeitpunkt für die Zukunft des chilenischen Nationalteams. Und hier könnte die Situation für Pellegrini brisant werden. Mit 73 Jahren im September steht der charismatische Trainer womöglich vor seiner letzten Chance, sein Land zu einer Weltmeisterschaft zu führen.
Die chilenische Nationalmannschaft ruft Pellegrini hat seine Rückkehr in die Heimat vehement ausgeschlossen – zumindest bis nach den Wahlen. „Die Frage der chilenischen Nationalmannschaft ist abgeschlossen“, betonte er jüngst. Doch sollte der neue Präsident der ANFP ein Angebot unterbreiten, könnte der Reiz, sein Heimatland zu trainieren, zu groß werden. Eine Entscheidung, die er zwangsläufig treffen müsste, immer in Abstimmung mit Betis, mit dem er eine respektable Partnerschaft über sechs Jahre hinweg pflegt.
Aktuell plant Pellegrini gemeinsam mit Manu Fajardo und der sportlichen Leitung des Vereins die Vorbereitung auf die Rückkehr in die Königsklasse. Die Herausforderung ist groß: Eine schlagkräftige Mannschaft zu formen, die in Europa konkurrenzfähig ist und gleichzeitig in der Liga um die internationalen Ränge kämpft. Der Copa del Rey bietet die Chance auf einen Titel, doch die Liga bleibt das primäre Ziel. Die Fans blicken mit Spannung auf die kommende Saison – und auf die Zukunft ihres verehrten Trainers.
Die Uhr tickt. Betis muss sich entscheiden, ob es das Risiko eines weiteren Vertrags-Poker eingehen will oder ob Pellegrini vorzeitig an die Spitze des chilenischen Fußballverbandes berufen wird. Eine Entscheidung, die den Verein und seine Fans gleichermaßen vor eine Zerreißprobe stellen könnte.
