Betis entrüstet: bakambus afrika-fiesta kostet startelf-chancen

Cédric Bakambü spült in Sevilla die Wut des ganzen Clubhauses hoch. Vier Tage zu spät landete der Kongolesen-Stürmer, nachdem er sich in Mexiko mit den Leoparden für die WM qualifiziert hatte – und direkt weiter nach Kinshasa düste, um den historischen Coup mit 52 Jahren Pause zu feiern.

Das Feiern rächt sich jetzt. Betis verlor gegen Espanyol, verzichtet heute in Braga auf seinen Rekord-Einkauf, und Ángel Haro kündigt Schadenersatz an. „Mein Land ist der Betis“, giftete der Präsident, „und da gelten Termine.“

Warum der vorstand juristische schritte prüft

Die Fédération congolaise hatte den Klubs ein Mail geschickt: Bakambü bleibt vom 3. bis 5. Juni. Fertig. Doch der Stürmer kam erst am 8. zurück. LaLiga und FIFA liegen inzwischen gemeinsame Beschwerden von Betis, Espanyol und Elche vor – alle hatten Kongolesen in der Nationalmannschaft.

Der Betis-Kodex droht Geldstrafen bis zu zwei Monatsgehältern, womit sich Bakambüs ohnehin stehende Auslaufsaison weiter abschwächt. Er fällt für die restliche Liga und die Europa-League-Knaller fast komplett aus. Wer ihn in den letzten Spielen noch einmal trägt, setzt auf einen Profi ohne Wettkampfrhythmus.

Die Ablöse von 18 Millionen Euro für den 31-Jährigen wirkt plötzlich wie ein Milliardengrab. Sein Marktwert rauscht auf 4 Mio – Tendenz fallend. Betis zahlt die Zeche, während Bakambü in den sozialen Netzwerken seine Heldenreise postet.

Bei fifa tickt bereits die uhr

Bei fifa tickt bereits die uhr

FIFA-Regularien erlauben maximal fünf Tage Freigabe nach Länderspielen; Betis zählt sieben. Der Klub will die Vertragsstrafe einstreichen und zusätzlich FIFA-Punkte geltend machen, was bei Spielverlust möglich wäre. Erste Präzedenzfälle sprachen 2020 Frankreichs Klubs Recht gegen afrikanische Verbände.

Die Personalie spielt mitten hinein in die Sommerplanung. Betis muss einen neuen Mittelstürmer finden, der Budgetrahmen verkleinert sich durch entgangene Prämien. Und für Bakambü bleibt nur noch ein halbes Jahr, um sich für einen neuen Klub zu empfehlen – ohne Spielpraxis wird das ein harter Markt.

Der Kongole bleibt bis 30. Juni vertraglich gebunden, doch die Uhr läuft gegen ihn. Wer sich nicht an Termine hält, fliegt raus aus dem Kader. Haro hat klargemacht: „Wir spielen Europa League, nicht Afrika-Karneval.“