Bersenbrück: reimerink krempelt die köpfe – pokal als rettungsanker?
TuS Bersenbrück bangt in der Oberliga um den Klassenerhalt, doch der Traum vom DFB-Pokal hält die Hoffnung am Leben. Nach dem überraschenden Abgang von Andy Steinmann krempelt nun Jules Reimerink, eine bekannte Figur aus Bersenbrücks jüngerer Vergangenheit, das Ruder. Kann der Ex-Profi den Absturz verhindern und gleichzeitig den Pokal als Glücksbringer nutzen?
Ein neustart mit alten bekannten
Die Bilanz der letzten Spiele ließ wenig Raum für Optimismus. Nur ein Sieg aus neun Partien – die Aufstiegshoffnungen in die Regionalliga waren geplatzt. Der Druck auf Steinmann war enorm, und so kam das überraschende Aus. Reimerink, der im Sommer seine Karriere als Spieler bei den Bersenbrückern beendet hatte, soll nun frischen Wind in die Mannschaft bringen. Seine Intimität mit dem Verein ist unbestritten, doch die Herausforderung als Cheftrainer ist neu für ihn.
Sein Debüt gegen Wetschen verlief vielversprechend, trotz des knappen 4:3-Siegs. Ein Sieg in der Nachspielzeit – ein Zeichen dafür, dass die Mannschaft an die Umstellung glaubt. Doch das anschließende 1:3 gegen Wilhelmshaven zeigte, dass noch viel Arbeit vor der Brust liegt. Reimerink selbst wirkte wenig entmutigt: „Das war eigentlich ein 0:0- oder 1:1-Spiel.“

Psychologie statt taktik: reimerinks ansatz
Reimerink versteht sich nicht als taktischerMeister, sondern vielmehr als Motivator. „Mein Job ist, viel mit den Jungs zu reden, ihnen ein gutes Gefühl zu geben und zu vermitteln, was wir erwarten auf dem Platz“, erklärt er. Unterstützt wird er dabei von Thorsten Marunde-Wehmann, der neben seinen zahlreichen Aufgaben als Geschäftsführer und Sportlicher Leiter nun auch als Co-Trainer fungiert. Die Doppelbelastung ist enorm, aber Marunde-Wehmann ist überzeugt: „Die Jungs treten anders auf. Es ist eine andere Dynamik drin.“
Die Defensive bleibt das größte Problem. 56 Gegentore in 27 Spielen sind eine erschreckende Bilanz und zeugen von mangelnder Stabilität. „Wir müssen klar sein, auch mal den Ball hinten rausschlagen. Das ist nicht schön, aber effektiv“, fordert Marunde-Wehmann.

Der pokal als ziel: mehr als nur ein aufstieg
Trotz der schwierigen Situation in der Oberliga schielt der TuS Bersenbrück auf den 23. Mai – den Tag des Landespokalfinales gegen den Lüneburger SK. Marunde-Wehmann überrascht mit seiner Aussage: „Als Erfolg für die Jungs als solches, aber auch für den Verein ist das nicht zu ersetzen. Das ist dann in dem Fall vielleicht sogar höher anzusiedeln als ein Aufstieg.“ Ein Pokalsieg würde nicht nur die Qualifikation für den DFB-Pokal bedeuten, sondern auch lukrative Einnahmen generieren. Reimerink, der selbst vor drei Jahren als Spieler in der 1. Runde des DFB-Pokals gegen Mönchengladbach dabei war, sieht im Pokalfinale die Chance, diese Erfahrung als Trainer nachzuleben. „Das war eigentlich der Hauptgrund gewesen, warum ich das hier gemacht habe.“
Ob Reimerink nach Saisonende in Bersenbrück bleibt, ist offen. Der ehemalige Profi betont die Bedeutung seiner Familie und seine persönlichen Ziele. Doch eines ist klar: Im Moment konzentriert er sich voll und ganz darauf, seine Mannschaft bestmöglich auf den großen Tag vorzubereiten. Er will das „gute Gefühl“ zurückbringen, das die Mannschaft in seiner aktiven Zeit auszeichnete – das Gefühl, unschlagbar zu sein. Nur so kann der TuS Bersenbrück in Lüneburg bestehen und den Pokal in den Himmel stemmen.
