Bernat jagt sich in rekordtempo zur gelbsperre – ksc muss auf seinen dauerbrenner verzichten

Ein Abstoß, eine Gelbe, ein Knacks. Hans Christian Bernat zögerte in der 79. Minute in Magdeburg, Schiedsrichter Konrad Oldhafer zückte Gelb – und schon steht der Karlsruher Schlussmann vor der Tribüne. Fünf Verwarnungen nach 24 Spieltagen, das ist Rekordniveau für einen Zweitliga-Torwart. Kein KSC-Keeper musste seit 1979/80 so früh passen.

Zur pause schon vier mal gelb – bernat spielte mit dem feuer

Die Zahlen sind bissig: Gelb am 4. Spieltag in Düsseldorf, Gelb am 5. gegen Nürnberg, Gelb am 6. in Kiel, Gelb im 9. beim Derby in Kaiserslautern – und nun die fünfte in Magdeburg. Drei Mal wegen Zeitspiels, einmal wegen „Meter klauen“, einmal wegen Rudelbildung. Robin Himmelmann rückt zwischen die Pfosten, zum ersten Mal in dieser Saison.

Die Konkurrenz aus der Geschichte lacht nur kurz. Felix Gebhardt (Regensburg) schaffte seine fünfte Gelbe 2022/23 am 23. Spieltag, Georg Koch (Duisburg) 2004/05 sogar am 21. Spieltag. Bernat ist also „nur“ Nummer drei – aber der erste, der mit seinem Klub auf Aufstielskurs steht. Seit 1994/95 zählt die Liga 34 statt 38 Spiele; wer heute so früh fünf Mal Gelb sieht, muss zwangsläufig zuschauen.

Derby-atmosphäre in dresden – ohne den mann, der sonst den kasten sauber hält

Derby-atmosphäre in dresden – ohne den mann, der sonst den kasten sauber hält

Sonntag, 13.30 Uhr, Rudolf-Harbig-Stadion. Dynamo Dresden empfängt den KSC, die Schwäne wollen die Serie von zwei Siegen verlängern. Ohne Bernat. „Er ist unser Ruhekapitän“, sagt Trainer Christian Eichner, „aber Robin hat sich warmgehalten.“ Himmelmann, 33, zuletzt Ersatz, stand zuletzt 2022 regelmäßig beim FC St. Pauli zwischen den Pfosten. Elf Bundesliga-Spiele, 17 Zweitliga-Einsätze – Erfahrung vorhanden, Spielform fehlt.

Die Frage lautet nicht nur, ob Himmelmann zwei Punkte hält, sondern ob Bernats Sperre ein Weckruf ist. Fünf Gelbe in 24 Spielen klingt nach viel – zu viel für einen Profi, der sonntags schon mit dem Gedanken spielt, Montag wieder auf dem Trainingsplatz zu stehen. Die Lösung: weniger Show, mehr Effizienz. Die Gelb-Statistik spiegelt auch Temperament wider, und Temperament ist im Aufstiegsrennen Gold wert – solange es nicht auf der Tribüne landet.

Karlsruhe kann nach einem Sieg in Dresden bis auf zwei Punkte an den Relegationsplatz heranrücken. Bernat muss von außen zuschauen, aber er wird zurückkommen – spätestens am 26. Spieltag. Bis dahin heißt es: Zeitspiel vermeiden, Emotionen zügeln, Karten sammeln nur noch auf Instagram. Die KSC-Fans wollen ihn wieder im Tor sehen, nicht in der Kurve.