Bernard tomic bricht den fluch: erster titel nach acht jahren in lincoln
Bernard Tomic hat es endlich geschafft. Der australische Tennisprofi, dessen Karriere länger durch Kontroversen als durch Erfolge geprägt war, holte sich in Lincoln, Nebraska, seinen ersten Turniersieg seit achtJahren. Gegen Mark Layal aus Estland kämpfte sich der 33-Jährige in einem dramatischen Dreisatzmatch (4:6, 7:6, 7:6) zum Triumph. Die beiden Tiebreaks im zweiten und dritten Satz offenbarten einen Tomic, den man lange nicht gesehen hatte: nervenstark, bissig, siegverwöhnt.
Die Reaktion nach dem Matchball sagte alles. Arme in die Luft, kurzes Kreuzzeichen, dann die Siegerfaust. Für einen Moment schien der Bad Boy des australischen Tennis das Gewicht abzuschütteln, das ihn seit seinem letzten Titel in Chengdu 2018 begleitet hatte. Damals besiegte er Fabio Fognini bei einem ATP-250-Turnier. Seither war der Abwärtstrend unaufhaltsam.

Wie tomic 36 plätze in der weltrangliste nach oben katapultiert
Der Erfolg in Lincoln ist mehr als nur eine Trophäe. Tomic springt von Platz 206 auf Rang 170 in der ATP-Weltrangliste. Die Zahl klingt bescheiden, ist aber für einen Spieler gedacht, der 2017 noch Nummer 17 der Welt war, ein Lebenszeichen. Die Frage ist nur: Kommt da noch mehr, oder bleibt es bei diesem einen Funken?
Die Karriere des in Stuttgart geborenen Australiers begann einst vielversprechend. Mit 16 gewann er 2009 als damals jüngster Spieler ein Match bei den Australian Open. 2011 stand er im Viertelfinale von Wimbledon. Das Talent war unbestritten, die Arbeitsmoral umstritten. 2017 flog ihm bei Wimbledon eine Geldstrafe um die Ohren, weil er sich nach einer 58-minütigen Niederlage beschwerte, er sei „ein bisschen gelangweilt
