Berlin schwitzt, alba zittert: drama mit happy-end trotz heim-niederlage

Ein Korb in letzter Sekunde, ein Hallenrausch, dann die Erleichterung: Alba Berlin verpasst zwar den Gruppensieg in der Basketball Champions League, steht aber trotz 88:93 nach Verlängerung gegen AEK Athen im Viertelfinale.

Neun-punkte-sieg? fehlanzeige. charakter hat trotzdem gereicht.

Neun-punkte-sieg? fehlanzeige. charakter hat trotzdem gereicht.

Die Rechnung war klar: Wer die Berliner Führung im Tableau konservieren wollte, musste mit neun Zählern Differenz gewinnen. Das Hinspiel in Athen war 80:88 verloren gegangen, also musste die Schadenssumme wettgemacht werden. Kapitän Jonas Mattisseck hatte es vor 8.766 Fans in der Mercedes-Benz Arena offensiv angekündigt – und seine Mannschaft lieferte zunächst ab: 13:8 nach fünf Minuten, Dreffer von eben jenem Mattisseck.

Dann rissen die Lücken auf. 3,9 Sekunden vor dem ersten Viertelende servierte Johannes Thiemann einen Einwurf, der wie ein Geschenk an AEK aussah. Stefanos Gray klaute den Ball, donnerte noch vor dem Buzzer den Korb und besorgte statt 21:28 plötzlich 19:28. Die Griechen lachten, Berlin schüttelte sich.

Im zweiten Viertel schien die Partie zu kippen. Alba fand kein Mittel gegen Bartleys Dreffer-Serie, lag 37:23 zurück. Die Berliner Offense wirkte kopflos, Lay-ups kullerten vorbei, Pässe landeten in Reihen zwei und drei. Doch Norris Agbakoko schaltete sich ein, versenkte zehn Punkte in Serie, Bennet Hundt stach aus der Drei-Punkte-Linie – 44:44 nach 19 Minuten. Wieder Hoffnung. Bis Bartley erneut traf und Athen mit 52:46 in die Kabine ging.

Die zweite Hälfte wurde zur Achterbahn. Berlin ging 55:54 in Front, kassierte aber sofort einen 7:0-Lauf. Kurz vor Schluss drehte Louis Olinde auf 73:71, doch Christos Kalogirou konterte. 77:73 für Athen – 39. Minute. Justin Bean rettete mit 0,8 Sekunden auf dem Uhrwerk die Verlängerung. Dort glichen die Kräfte, nicht die Nerven. AEK traf, Alba verwarf. 88:93 – Aus.

Ende gut, alles gut? Gruppenzweiter reicht fürs Viertelfinale. Nächste Woche wartet ein Liga-Kracher gegen Rostock. Und vielleicht ist Martin Hermannsson wieder dabei: Gips ab, Röntgen an, Daumen hoch oder raus. Die Champions-League-Reise geht weiter – nur ohne Heimvorteil im Final-Four-K.o.