Berlin schnapst sich letztes play-off-ticket – fischtown muss zittern

Die Eisbären haben’s wieder raus. 5:1 gegen München, 14.200 in der Arena am Ostbahnhof, und plötzlich steht Berlin auf Platz sechs – das letzte direkte Viertelfinal-Ticket gehört den Hauptstädtern. Fischtown Bremerhaven? Trotz 6:1 gegen Dresden nur Zuschauer im eigenen Glück. Jetzt heißt es: Nürnberg, alles oder nichts.

Fernduell entschieden in 59 minuten

Die Rechnung war simpel: Gewinnt Berlin, ist die Quali-Runde jemand anderes Problem. Verliert Berlin, rutscht Bremerhaven vorbei. Manuel Wiederer erledigte den ersten Teil schon in der zehnten Minute, doch Chris DeSousas Ausgleich nach 43 Sekunden im Mitteldrittel schien die Karten neu zu mischen. Die Eisbären antworteten mit Unterzahltor, Powerplay-Tor, Fast-break-Tor – alles innerhalb von 13 Minuten. Ty Ronning machte das 4:1, Yannick Veilleux den Schlusspunkt in letzter Sekunde. Die Mühlen der DEL-Fabrik mahlen schnell, aber sie mahlen gnadenlos.

Oben raus rutscht Straubing von Platz zwei auf drei. Die Tigers verloren 3:6 in Köln, dafür schraubten die Kölner Haie mit ihrem 116. Punkt den alten Mannheimer Rekord aus 2019 gleich. Die Adler selbst flogen mit 4:2 über Schwenningen und sichern sich Heimrecht gegen den besser platzierten Quali-Sieger. Ingolstadt und München treffen im Viertelfinal-Duell aufeinander, während Wolfsburg und Schwenningen ein Best-of-Three um den letzten freien Platz austragen.

Die quali beginnt am dienstag – und sie beginnt hart

Die quali beginnt am dienstag – und sie beginnt hart

Für Bremerhaven heißt es: Nürnberg, Auswärtsspiel, Eiszeit. Die Ice Tigers haben nichts zu verlieren, die Pinguins alles. Wer zwei Siege holt, darf gegen Köln antreten – ein Losexam für den Hauptrundensieger. Die Berliner dagegen können durchatmen: Erst mal ein Wochenende ohne Druck, dann ab 24. März Best-of-Seven gegen den ERC Ingolstadt. Die Finalserie startet am 24. April, ein mögliches Spiel sieben steht für den 7. Mai auf dem Kalender.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Berlin hatte 37 Sekunden Überzahl in Durchgang eins und traf trotzdem erst in Unterzahl. Bremerhaven schoss 43 Torschüsse, Dresdens Torhüter Adam Reideborn wehrte 37 ab – und kassierte trotzdem ein halbes Dutzend. Die Liga liefert Geschichten, die kein Drehbuchautor besser schreiben könnte.

Die Saison ist nicht mehr aufzuhalten. Die Karten sind neu gemischt, die Arena am Ostbahnhof ist wieder ein Fest, und irgendwo in Bremerhaven schlagen schon die Herzen schneller. Der Eishockey-Winter neigt sich dem Ende zu, doch die heiße Phase beginnt erst jetzt.