Berlin dominiert melsungen – champions league platz gesichert!

Ein Spiel voller Dramatik, aber letztlich ein deutlicher Sieg für die Füchse Berlin: Mit einem 39:28-Erfolg gegen die MT Melsungen haben sich die Hauptstädter den zweiten Platz in der Handball-Bundesliga und damit die direkte Qualifikation für die Champions League gesichert. Doch die Partie barg eine ungewöhnliche Wendung, die weit über das sportliche Geschehen hinausging.

Simics appell vor dem anpfiff – eine frage der ehre

Simics appell vor dem anpfiff – eine frage der ehre

Schon vor dem Spiel stand fest: Für Melsungen war es eine Art „Alles oder Nichts“-Partie. Nur ein Sieg hätte ihnen theoretisch die Chance auf die Wildcard für die Königsklasse eröffnet. Und hier kommt der überraschende Einzug Nebojsa Simics ins Spiel. Der erfahrene Torwart, der eigentlich seine Saison bereits beendet hatte, nutzte Instagram, um einen Appell an die Öffentlichkeit zu richten: „Niemand geht jemals in ein Spiel, um zu verlieren.“ Ein starkes Statement, das die sportliche Ehre und den unbedingten Willen zum Kampf betonte, gerade in einer Situation, in der viele Spekulationen über eine mögliche Absprache kursierten.

Trainer Roberto García Parrondo schien sich der Brisanz bewusst zu sein und forderte sein Team auf, mit aller Konzentration anzutreten. Doch die Personalsituation bei Melsungen war alles andere als ideal. Mit Timo Kastening, Erik Balenciaga, Nebojsa Simic, David Mandić und Vlad Kulesch fehlten gleich fünf Leistungsträger, was die Aufgabe zusätzlich erschwerte. Dyn-Experte Stefan Kretzschmar brachte seine Unsicherheit zum Ausdruck: „Ich weiß auch nicht, was ich mit dem Spiel anfangen soll. Es ist und bleibt eine komische Ausgangssituation.“

In der ersten Halbzeit hielten die Melsunger, trotz der Ausfälle, mit einem aggressiven 7-gegen-6-Angriff überraschend gut mit. „Die haben Bock, die Füchse zu schlagen“, konstatierte Kretzschmar. Erst in der 25. Minute gelang es Berlin, einen ersten Zwei-Tore-Vorsprung herauszuarbeiten.

Nach der Pause erhöhten die Füchse den Druck. Mit Dainis Krištopāns in Topform zogen sie auf 24:17 davon, und Melsungen fand keine Antwort mehr. Auch Parrondos emotionale Auszeit in der 45. Minute konnte das Blatt nicht wenden. Die Berliner nutzten die sich bietenden Chancen gnadenlos aus und spielten den Sieg souverän herunter.

„Wer sagt, dass dieses Spiel kein Thema bei uns war, lügt“, gab Kastening zu. Doch die Melsunger bewiesen, dass sie trotz der schwierigen Umstände nicht aufgaben. Andreas Mohr, Vorstandssprecher von Melsungen, äußerte sich optimistisch: „Sollten wir es in die Champions League schaffen, wäre das die Kirsche auf der Sahnetorte.“

Letztlich war es ein verdienter Sieg für Berlin, der ihnen den sicheren Sprung in die Champions League ermöglicht. Melsungen zeigte zwar Moral, musste sich aber dem stärkeren Gegner geschlagen geben. Die Partie wird jedoch vor allem für Simics Appell und die ungewöhnlichen Umstände in Erinnerung bleiben. Die Füchse Berlin feiern, während Melsungen die Hoffnung auf eine Wildcard aufleben lässt.