Bergretter im einsatz: mehr sicherheit durch technologie und prävention

Die steigende Beliebtheit von Outdoor-Aktivitäten in den Bergen bringt leider auch eine Zunahme von Notfällen und Rettungsaktionen mit sich. Während immer mehr Menschen die Natur entdecken, müssen auch die Sicherheitsmaßnahmen angepasst werden – ein Thema, das diese Woche in der Seu d’Urgell (Lleida) im Fokus stand.

Technologie als unterstützung für retter

Gemeinsam mit den Bombers de la Generalitat de Catalunya und Spezialisten von RECCO demonstrierten Einsatzkräfte, wie moderne Technologien die Arbeit der Bergretter erleichtern können. RECCO, ursprünglich für Lawinenrettungen entwickelt, hat sich längst zu einem unverzichtbaren Werkzeug für die Ortung von Vermissten in verschiedenen Geländeformen etabliert – von bewaldeten Hängen bis hin zu steinigen Pfaden.

Die Statistiken sind alarmierend: Oriol Vilalta, Subinspector des GRAE der Bombers de la Generalitat, machte deutlich, dass die Anzahl der Einsätze in Katalonien seit der Pandemie um beachtliche 32,6 % gestiegen ist – von 1.440 im Jahr 2020 auf 1.909 im Jahr 2025. Auch in ganz Spanien verzeichnet die Guardia Civil einen Anstieg von rund 30 % bei ihren Gebirgsrettungsdiensten.

Doch es geht um mehr als nur um Technologie. Prävention ist der Schlüssel, betonen die Experten. Eine sorgfältige Planung der Tour, die Überprüfung der Wettervorhersage, die Anpassung der Route an das eigene Können und die richtige Ausrüstung sind ebenso wichtig wie das Wissen, wann man eine Aktivität lieber abbrechen sollte. „Man muss realistisch einschätzen, ob man den Bedingungen gewachsen ist“, mahnt Vilalta.

Ein häufiges Problem sind zudem Personen, die Outdoor-Aktivitäten nachahmen, die sie in sozialen Medien gesehen haben, ohne die notwendige Erfahrung oder Kondition zu besitzen. Das kann fatale Folgen haben. „Es ist wichtig, die eigenen Grenzen zu kennen und nicht zu riskieren“, so Vilalta.

Recco sar: ein blick unter den heli-rotor

Recco sar: ein blick unter den heli-rotor

Die Demonstration des RECCO SAR Helicopter Detector war besonders eindrucksvoll. Bernat Carola, Instructor RECCO und Experte der Bombers de la Generalitat, erklärte, wie das System funktioniert: „Mit dem unter dem Helikopter montierten Detektor können wir in kürzester Zeit eine Fläche abdecken, die der Größe von bis zu 30 Fußballfeldern entspricht.“ Das System nutzt Reflektoren, die in Kleidung und Ausrüstung integriert sind und so die Ortung von Vermissten deutlich erleichtern.

Die Technologie ist längst nicht mehr nur für Skifahrer gedacht. „Jeder, der mit einem RECCO-Reflexor in den Bergen unterwegs ist, kann im Notfall geortet werden“, so Carola. Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Rettungsorganisationen und die ständige Weiterentwicklung der Technologie sind entscheidend, um die Sicherheit in den Bergen zu gewährleisten.

Die jüngste Implementierung des RECCO SAR Helicopter Detector in Andorra unterstreicht die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in den Pyrenäen. Die Investition in moderne Technologie ist eine Investition in die Sicherheit aller, die die Berge lieben und erkunden.