Beltz jagt den aufstieg: deutschland muss in portugal liefern
Torben Beltz tritt nicht an, um zu versuchen. Er will zurück in die Weltgruppe – und das sofort. Vom 7. bis 11. April bestimmt der neue Teamchef im portugiesischen Oeiras, ob die deutschen Tennis-Damen den Billie Jean King Cup 2026 noch als erste Adresse verlassen oder als Absteiger in die Bedeutungslosigkeit rutschen.
Die Auslosung schickt Deutschland in die Gruppe mit Dänemark, Portugal und Schweden. Gruppensieg ist Pflicht, sonst droht der zweite Abstieg binnen zwölf Monaten. Die Rechnung ist simpel: Nur wer oben aufsteht, darf im Herbst um eines von drei Play-off-Tickets spielen. Alle anderen fallen mindestens eine Liga tiefer.
Eva lys soll den funken zünden
Die Hoffnung trägt Eva Lys. Die 22-Jährige aus Hamburg zeigte zuletzt in Austin Aufschwung, riss aber auch wieder Kreuzbandprobleme auf. Ihre Match-Praxis ist begrenzt, ihre Schlagkraft gefragt. Neben ihr stehen Jule Niemeier, Anna-Lena Friedsam und die 17-jährige Caroline Werner im Kader-Kreis. Beltz will bis Ende März die finale Nominierung verkünden – und schielt bereits auf Tatjana Maria, sollte der Sand in Oeiras richtig langsam werden.
Der DTB zieht Bilanz: Seit dem Abstieg gegen Türkei und Belgien in Ismaning fehlt Selbstvertrauen. Beltz, seit Ende 2024 Bundestrainer, übernahm im Februar zusätzlich die Kapitänsbinde von Rainer Schüttler. Der Ex-Finalist von Melbourne hatte nach sechs Jahren genug – und hinterließ eine Mannschaft ohne Leitfigur. „Wir müssen wieder Töne schlagen, nicht nur mitschwingen“, sagt Beltz.

Portugal liefert heimvorteil – und einen haken
Die Partien finden im Centro de Tenis do Jamor statt, bekannt für feuchte Luft und windige Nachmittage. Die portugiesischen Fans sind laut, die Organisation schlampig – Stichwort: Sand, der bei Regen zu Knete wird. Genau dieses Szenario nutzte das Heimteam 2019, um Spanien zu ärgern. Beltz will seine Spielerinnen früh einreisen, plant Testmatches gegen Französinnen, die ebenfalls in der Region trainieren.
Dänemark ist laut Rangliste vermeintlich harmlos, doch Clara Tauson schlägt auf Hartplatz alles kurz und flach. Schweden fehlt Rebecca Peterson verletzt, dafür ist Mirjam Björklund in Form. Beltz: „In dieser Gruppe zählt kein Ranking – nur der Sieg am Freitag, Samstag und Sonntag.“
Die Uhr tickt. Der Verband budgetierte 400 000 Euro für die Woche in Lissabon – Geld, das nur bei Aufstieg zurückfließt. Sponsoren verlangen Erfolg, die Medien berichten sporadisch. Ohne Play-off-Platz droht dem DTB 2027 ein Jahr ohne Heimspiel – und das bei einem Vertrag mit ProSiebenSat.1, der weltgruppenbezogene Reichweiten vorsieht.
Die letzte deutsche Fed-Cup-Siegerin stand 1992 im Finale. Seither folgte stolperndes Mittelmaß. Beltz will den Bann brechen – mit kleinen Schritten zuerst, mit großen Worten jetzt. In Oeiras geht es nicht um Moral, sondern um Mathematik: drei Siege oder Saisonende. Für Deutschland beginnt die neue Ära mit einem simplen Ultimatum.