Beloki: gelassenheit und lernbereitschaft vor dem giro d'italia
Markel Beloki, der junge baskische Hoffnungsträger, startet mit einer überraschenden Ruhe und Bescheidenheit in den Giro d'Italia. Anders als viele seiner Altersgenossen, die mit großen Ankündigungen und selbstsicheren Sprüchen auffahren, tritt der 20-Jährige mit einer Reife auf, die beeindruckt und Neugier weckt. Sein Fokus liegt klar auf dem Lernen und der Weiterentwicklung – ein Ansatz, der ihm in der anspruchsvollen Welt des Profi-Radsports bereits zum Erfolg verhalf.
Ein giro voller erwartungen und demut
Beloki spricht offen über seine Erfahrungen, die Höhen und Tiefen der letzten Saison und die Herausforderungen, die vor ihm liegen. Nach seiner Teilnahme an der Vuelta a España im vergangenen Jahr blickt er nun mit Vorfreude auf den Giro, den er als eine der schönsten und zugleich anspruchsvollsten Grand Tours des Radsportkalenders bezeichnet. „Es ist eine besondere Rennserie“, so Beloki, „und ich bin gespannt auf die drei Wochen.“
Er vermeidet große Versprechungen und konzentriert sich stattdessen auf den Prozess. „Ich werde versuchen, Tag für Tag zu sehen, wie es sich anfühlt und wie ich mich entwickle“, erklärt er. Die Itzulia San Sebastian diente ihm als wichtiger Test, obwohl er dort nicht ganz an seine Bestform herankam. Eine Trainingsunfall und eine nachfolgende Phase der Erholung haben ihn jedoch nicht entmutigt. Er ist zuversichtlich, dass er in guter Verfassung an den Start gehen kann.

Das team und die strategie
Das Team, das Beloki zum Giro begleitet, ähnelt dem der Vuelta a España des Vorjahres. „Wir haben Madis und Mikkel für die Sprintetappen im Blick“, sagt er, „und der Rest des Teams wird versuchen, in verschiedenen Etappen Chancen zu nutzen.“ Beloki betont die Vielseitigkeit des Teams, das sowohl schnelle Sprinter als auch starke Bergfahrer umfasst. Er selbst sieht sich als lernenden Fahrer, der seine Stärken in den Bergen ausspielen möchte.
Seine Bilanz der Vuelta a España war positiv, und er schätzte die Freiheit, nach seinen eigenen Gefühlen zu fahren. „Ich habe es genossen, diese drei Wochen zu experimentieren und zu sehen, wie weit ich kommen kann“, erinnert er sich. Dieses Gefühl möchte er nun im Giro wiederfinden und seine Fähigkeiten weiterentwickeln.
Ein blick zurück und ein blick nach vorn
Beloki blickt auf seine drei Jahre im Profi-Radsport zurück und ist überrascht, wie schnell die Zeit vergangen ist. Er erinnert sich an seine Anfänge und den großen Sprung ins Profi-Team. „Der erste Schritt war hart, aber ich habe es nie bereut“, sagt er. Auch die Auseinandersetzung mit der Mononukleose war eine schwierige Phase, die er jedoch mit Ruhe und Konzentration gemeistert hat. „Es hat mir gutgetan, eine Pause einzulegen und danach noch stärker zurückzukehren“, so Beloki.
Er blickt mit Respekt auf seine Vorbilder Alberto Contador und Miguel Indurain. „Sie waren und sind meine großen Helden“, sagt er. Sein Ziel ist es, ihren Weg zu beschreiten und sich kontinuierlich zu verbessern. Der Giro d'Italia ist für ihn eine weitere wichtige Etappe auf diesem Weg. Die lange Einzelzeitfahrt von 40 Kilometern stellt eine besondere Herausforderung dar, die er nutzen möchte, um seine Fähigkeiten zu testen und zu entwickeln. „Ich werde sehen, wie weit ich kommen kann“, sagt Beloki mit einem entschlossenen Blick.
Die Erinnerungen an die Übertragungen des Giro d'Italia aus seiner Kindheit sind ihm noch lebendig. Er erinnert sich an die spannenden Etappen mit Fahrern wie Chávez, Alberto, Aru und Nibali. Diese Bilder haben ihn inspiriert und seinen Traum vom Profi-Radsport genährt. Der Traum vom Tour de France lebt ebenfalls weiter, aber für den Moment konzentriert sich Beloki voll und ganz auf den Giro d'Italia und die Herausforderungen, die ihn dort erwarten. Er wird sich anpassen, lernen und versuchen, sein Bestes zu geben – mit der Gelassenheit und Lernbereitschaft eines jungen Mannes, der noch einen langen Weg vor sich hat.
