Becker sieht sinner als neuen tennis-könig: "schreibt geschichte"

München – Boris Becker, die Tennis-Legende, hat in einem exklusiven Interview eine kühne Prognose abgegeben: Jannik Sinner sei auf dem Weg, die Tenniswelt zu erobern. Der sechsfache Grand-Slam-Sieger, der einst Novak Djokovic trainierte, sieht im jungen Italiener nicht nur einen talentierten Spieler, sondern einen mentalen Giganten, dessen Erfolg ihm „schon in den Sternen geschrieben“ stehe.

Die mentale stärke als schlüssel zum erfolg

Becker, der während des Halbfinales Sinner gegen Medvedev anwesend war, war beeindruckt von der Widerstandsfähigkeit des jungen Italieners. „Was er auf Sand gezeigt hat, wirkt normal, ist es aber nicht. Nur Nadal hat drei Masters 1000-Turniere in Folge auf dieser Oberfläche gewonnen – und das gegen Djokovic, Federer und andere Top-Spieler.“ Becker sieht den Schlüssel zu Sinner's Erfolg in seiner außergewöhnlichen Mentalität. „95% der Spieler würden nach einem Sieg in Monte Carlo den Fokus verlieren, aber Jannik ist anders. Er feiert, er erholt sich, und dann geht er direkt weiter.“

Die Ähnlichkeiten zu Djokovic sind unverkennbar, so Becker. „Im Moment spielt er wie der beste Jannik Sinner, den wir je gesehen haben. Natürlich muss er dieses Niveau über zehn Jahre halten, um wirklich in Djokovics Fußstapfen zu treten, aber die Richtung ist klar.“ Becker betont jedoch, dass Sinner seinen eigenen Weg geht und nicht mit anderen verglichen werden sollte.

Die herausforderung der erholung und das roland garros-turnier

Die herausforderung der erholung und das roland garros-turnier

Die bevorstehende Herausforderung für Sinner ist die Erholung nach den intensiven Wochen in Rom. „Das ist die größte Aufgabe. Der Rückzug in die Berge nach Sesto Pusteria war klug, um neue Energie zu tanken und Abstand vom Trubel zu gewinnen.“ Becker glaubt, dass Sinner die Pause braucht, um sich sowohl körperlich als auch mental zu regenerieren. „Er ist kein Roboter. Er muss seine Leidenschaft bewahren, sonst riskiert er, den Anschluss zu verlieren.“

Auch das Turnier in Roland Garros stellt eine besondere Herausforderung dar. Becker betont, dass das Los zwar wichtig sei, aber letztendlich der Spieler sein Schicksal selbst in der Hand habe. „Es kommt darauf an, was er aus dem Tableau macht.“

Ein blick auf die konkurrenz und die zukunft

Ein blick auf die konkurrenz und die zukunft

Becker sieht in Alexander Zverev einen potenziellen Herausforderer für Sinner in Paris. „Er ist stark auf Sand und hat eine Rechnung mit Paris offen.“ Auch Holger Rune wird als gefährlicher Gegenspieler gehandelt. Besonders beeindruckt ist Becker von Jakub Jodar, den er als „großen Fan“ bezeichnet und der ihm eine vielversprechende Zukunft prophezeit. „Er ist bescheiden und nicht arrogant – das macht ihn gefährlich.“

Becker warnt davor, dass die jüngeren Spieler oft von ihren bisherigen Niederlagen gegen Sinner beeinflusst werden, während die unerfahrenen Talente ohne Angst und Erwartungen auftreten und so eine größere Gefahr darstellen können.

Der Sieg in Rom, die Zeremonie mit Adriano Panatta und der Präsident der Republik – „Es war ein historischer Moment für Italien, 50 Jahre nach Adriano. Wenn das kein Film wäre!“ Becker schließt mit einem Augenzwinkern: „Es scheint, als wäre es vorherbestimmt.“