Bayern zieht blank gegen real: kane schwört rache, eberl fordert schlussstrich
Real Madrid heißt auf dem Papier Viertelfinal-Gegner, im Kopf der Bayern aber noch immer Endstation. Nach vier K.o.-s in Serie schickt der Rekordmeister jetzt Harry Kane, Jamal Musiala und zwei 16-Jährige ins Rennen gegen die „schwarze Bestie“ seiner Champions-League-Historie.
Kane jagt die geister von 2024 – und seine 50. saison
„Wir haben vor niemandem Angst“, sagt der Stürmer, doch seine Zähler erzählen eine andere Geschichte: 2014, 2017, 2018, 2024 – jedes Mal schickte Real die Bayern nach Hause. Besonders die Halbfinal-Nacht von 2024 nagt. „Wir waren zwei Schritte vom Finale, dann schlägt Real zu wie immer“, erinnert sich Kane, der damals mit Rücken und Hoffnung lahmte. 2025 sieht anders aus: „Ich spüre keine Schmerzen, nur Wut.“
Diese Wut tankte er gegen Atalanta. Drei Tage nach dem 6:1 in Bergamo schraubte er im Rückspiel auf 4:1 und erledigte nebenbei Dortmunds Europa-Angstgegner. Die Tore 49 und 50 in der Königsklasse waren Nebensache – wichtiger war die Botschaft: Der FC Bayern kann auch mal eine Runde vor dem Finale den Gashahn zudrehen. Max Eberl atmet durch: „Wir haben der Mannschaft Entlastung gegönnt und trotzdem Demut gelehrt.“

Kompany zittert um mbappé-gen, musiala darf pause
Vincent Kompany kennt das Madrid-Gen aus seiner Spielzeit. „Bei Real steigt das Niveau mit der Lautstärke der Hymne“, warnt er. Tatsächlich lief es für die Königlichen in La Liga holprig – vier Punkte hinter Barça, Pokal-Aus gegen Zweitligist Albacete, Trennung von Xabi Alonso. Doch in der Champions League schalteten Mbappé, Vinicius & Co. Manchester City aus wie ein altes Weihnachtslicht. „Die gaben sich zufrieden mit 3:0 und 2:1, das sagt alles“, schmunzelt Kompany, der weiß: Gegen Real zählt nur die 180-Minuten-Wahrheit.
Damit diese Wahrheit nicht wieder Bayern-Tränen endet, schöpft der Klub kräftig in der jungen Reserve. Gegen Atalanta debütierten Deniz Ofli (18) und Filip Pavic (16) – Letzterer als jüngster Bayern-Akteur in der Champions League. Der Plan: Frische Beine für Madrid, Erfahrung für die Zukunft. Dazwischen liegt Julian Nagelsmann, der auf Wunsch des Klubs auf Musiala verzichtet. „Die Pause ist Medizin für sein Sprunggelenk und Gift für Real“, lacht Jan-Christian Dreesen.
Am 7. April steigt im Bernabéu Runde eins, am 15. April im Münchner Allianz Arena die Vollendung. Die Statistik? Die spricht weiter gegen die Bayern. Doch wer die Atalanta-Doppelpackung gesehen hat, spürt: Diesmal trägt München das Schwert, nicht Madrid. Und Harry Kane? Der hat noch ein offenes Konto – und 50 Tore Einsatzgeld in der Tasche.