Bayern zerstört madrids heilige siegesserie – neuer schlägt mbappé und schreibt geschichte
23 Jahre hat es gedauert, bis wieder ein Roter die Bernabéu-Tribüne jubeln ließ. Manuel Neuer, 38 Jahre alt, ein Bein in der Vergangenheit, das andere im Tor. Er parierte Mbappé, er parierte Vinícius, er parierte das ganze Selbstverständnis von Real Madrid. Am Ende stand ein 2:1, ein Kniefall vor der Südkurve – und ein Harry Kane, der mit dem rechten Fuß traf und mit dem linken schon im Rückspiel plant.
Bayern findet das alte muster wieder – und madrid plötzlich nichts
Was für ein verrückter Abend. Die Königlichen hatten 15 Heimspiele in der Champions League nicht verloren, hatten 31 Mal in Folge getroffen. Dann kam ein Mittwoch, an dem Vinícius einen Rückpass quer legte, an Dayot Upamecano den Ball nicht traf und an Neuer einfach keiner mehr vorbeibekam. Die erste Hälfte war ein Schlagabtausch ohne Netz: Mbappé scheiterte zwei Mal, Gnabry vergab aus fünf Metern, Pitarch, 19 und sichtlich von der Marke „Debüt“, spielte sich selbst an.
Die Wende? Ein verunglücktes Zuspiel, ein Arm von Michael Olise, der „angelegt“ war – also kein Foul – und ein Luis Díaz, der plötzlich wieder der alte Díaz war: flach, flinker, eiskalt. 41. Minute, 1:0. Dann die Sekunden nach Wiederanpfiff: Pavlović erobert, Olise leitet, Kane vollendet. 46. Minute, 2:0. Die Bayern spielten ab jetzt, als hätten sie das Script von 2001 in der Tasche. Madrid wirkte, als hätte es das nie gelesen.

Das 1:2 war nur noch makel – tchouaméni fehlt jetzt im rückspiel
Carlo Ancelotti wechselte dreimal, stellte um auf 4-2-4 mit Bellingham als falschem Neuner. Es half bis zur 74. Minute, als Mbappé endlich einmal Neuer fand, der nicht mehr parieren konnte. Das Stadion erwachte, die Bayern aber nicht mehr. Die letzte Viertelstunde war ein Monolog des Franzosen, der prompt im nächsten Duell wieder an Neuer zerbrach. 83. Minute, Fußspitze, Ecke, Ausbruch – und aus.
Verlierer des Abends: Aurélien Tchouaméni. Gelb wegen Meckerns, die fünfte Karte, Platzverbot gegen München. Ohne ihn rotiert Madrids Mittelfeld wie ein offener Getriebeschaden. Gewinner: Vincent Kompany. Sein 100. Spiel als Bayern-Coach, sein erster Sieg in Madrid – und das mit einem Kane, der vor einer Woche noch mit Gips um den Knöchel tapste. „Das sind die Momente für Harry“, sagte Kompany. Und für alle, die dachten, die Bayern seien zu alt für diese Nächte.
Am 15. April droht im Allianz Arena kein Feuerwerk, sondern ein Befreiungsschlag. Real muss gewinnen, ohne defensiven Mittelfeldspieler. Bayern muss nur noch zweimal 90 Minuten durchstehen, um wieder in Wembley zu stehen. Die letzte deutsche Mannschaft, die dort den Pokon hochhielt? Effenberg, Kahn, Neuer. Manchmal wiederholt sich die Geschichte – nur schneller, als Madrid es glauben mag.
