Bayern zerquetscht atalanta 6:1 – rückspiel nur noch pflichtschlampf

Die Champions League ist manchmal ein Schaufenster, manchmal eine Schreckenskammer. Für Atalanta war es am 10. März in Bergamo das zweitere. Der FC Bayern schoss die Nerazzurri mit 6:1 aus dem Achtelfinale – ein Ergebnis, das selbst im luxuriösen Schmuckkästchen der Königsklasse als Makel bleibt.

Michael Olise dribbelte, wie das Foto von Marco Luzzani einfängt, mit der Lässigkeit eines Mannes, der weiß, dass ihn keiner mehr einholt. Isak Hien war nur Staffage. Die Frage nach dem Rückspiel am 18. März in München lautet nicht: „Wer gewinnt?“ Sondern: „Wie hoch darf der Schaden noch sein?“

Die wette der buchmacher spricht klartext

Die Quote auf einen Heimsieg der Bayern liegt bei 1,06 – ein Wert, der in der Branche als „Kindergeburtstag“ gilt, weil selbst ein versehentliches Herunterfallen des Geldes auf die falsche Taste den Buchmacher nicht retten würde. Atalanta wird mit 26,00 notiert, was so viel heißt wie: „Vergiss es, aber träumen darfst du trotzdem.“

Trainer Gian Piero Gasperini – im Text irrtümlich „Palladino“ genannt – reist trotzdem an. Warum? Weil die Coppa Italia und die Europa-League-Qualifikation noch zu retten sind. Die Serie A hat Atalanta zuletzt gebremst, das 2:2 gegen Lazio im Pokal droht ebenfalls zu kippen. Die Champions League ist gelaufen, das Stadion trotzdem voll – 75.000 Euro Strafe winken, wenn die UEFA leere Ränge sieht.

Bayern rotiert, trotzdem bleibt kane der favorit

Bayern rotiert, trotzdem bleibt kane der favorit

Vincent Kompany darf munter wechseln. Joshua Kimmich fehlt gesperrt, Jamal Musiala und Olise bekommen Luft. Im Tor fehlen Neuer und Ulreich, selbst der dritte Keeper Urbig zwickt sich. Fünf Tage vor dem Klassiker gegen Dortmund ist alles angerichtet für Prescott, 16 Jahre jung, Schul-ID noch warm. Trotzdem: Harry Kane trifft, auch wenn er nur 20 Minuten spielt – 1,60 bei Snai ist die niedrigste Quote auf einen Torschützen, seit es Torschützenwetten gibt.

Die italienischen Fans buchen trotzdem Busse. 780 Kilometer für 90 Minuten, die längst zur Nebensache geworden sind. Sie singen, weil sie nicht anders können. Die Kurve ist ihr Refugium, nicht die Tabelle.

Am Ende zählt nur die reine Lehre: Wer in Bergamo sechs kassiert, darf in München froh sein, wenn es bei drei bleibt. Atalanta wird nicht gewinnen – aber vielleicht endlich wieder Fußball spielen. Das ist schon mehr, als das 6:1 ihnen gegönnt hat.