Bayern wackelt, obst glänzt: 98:80 trotz schönungspflicht
Ein 18-Punkte-Sieg kann sich anfühlen wie eine Niederlage – zumindest, wenn man die ersten zehn Minuten gesehen hat. Die Bayern-Basketballer schlugen Braunschweig 98:80, doch zwischen 17:5-Führung und Abpfiff lag mehr Stolpern als Souveränität.
Pešić rast, obst rettet
Svetislav Pešić knallte die Hand voller Ringe auf die Scorer-Tafel, als seine Müller-trägenden Stars plötzlich 54:56 hinten lagen. Der 76-Jährige schrie nicht lange – er rotierte. Andreas Obst kam zurück, traf drei Dreier im Gepäck und beendete die Mini-Krise mit 21 Punkten. „Wir haben gedacht, der Gegner gibt sich“, sagte Obst nach Abpfiff, „aber Braunschweig hat gekämpft wie um den Klassenerhalt.“
Tatsächlich: Die Löwen lagen nach einem Viertel nur 20:23 zurück, verkürzten gegen müde Münchener Rotationen und ernten trotz der 14. Niederlage Lob vom Gegner. „Die haben uns den A… aufgerissen“, sagt Bayern-Kapitän Nick Weiler-Babb, „das war ein Warnschuss vor dem Euroleague-Gipfel.“

Kellerduell jena jubelt – hamburg ist ratlos
Während die Bayern schon nach Istanbul blicken, wird im unteren Tabellendrittel die Luft dünner. Science City Jena entführte beim 84:82 in Hamburg zwei Punkte aus der Inselpark-Arena, nachdem Devon Daniels mit einem Dreier zum 63:60 sogar die erste Heimführung der Towers erzielt hatte. Drei Minuten vor Schluss traf Jena wieder – und Hamburg vergab den letzten Wurf zur Verlängerung. Für die Towers die siebte Niederlage im neunten Spiel, für Jena der Befreiungsschlag vor dem Duell in Ulm.
Bayern bleibt mit 22:3 Punkten Spitzenreiter, Braunschweig steckt bei 5:20 weiter im freien Fall. Die Löwen gastieren am Freitag in Bonn – und müssen gewinnen, sonst wird der Keller zur Falle.
